ABSCHaLoM – Altern in Bewegung für Menschen im ländlichen Raum

Projektbeschreibung

Körperliche Mobilität und ein gesundes Maß an Bewegung sind in jedem Alter wichtig; Bewegungsmangel wirkt sich negativ auf die Gesundheit aus. Fitness und eine sichere Mobilität sind für ältere Menschen von besonderer Bedeutung, zumal Stürze im Alter mit einem hohen Verletzungsrisiko verbunden sind. Es gibt zwar zahlreiche Programme zum Erhalt und zur Verbesserung von Kraft, Balance und körperlicher Aktivität, doch sind diese im ländlichen Raum nicht immer flächendeckend verfügbar und gerade für ältere Menschen schwer erreichbar.

Diese Lücke will ABSCHaLoM schließen, in dem Trainerinnen und Trainer ausgebildet werden, die gemeinsam mit Kommunen, Vereinen und Verbänden dazu beitragen, ein flächendeckendes Angebot an Bewegungskursen in den neuen Bundesländern zu etablieren. Das Programm basiert auf einem evidenzbasierten Training und besteht aus einem „konventionellen“ und einem „Tele“-Modul. In beiden Modulen erlernen die Teilnehmenden in neun Einheiten Kraft- und Balanceübungen. Im Tele-Modul werden Einheiten vor Ort nach und nach durch virtuelle Einheiten abgelöst, die in Echtzeit erbracht werden und interaktiv sind. Die Anleitung zum Eigentraining zuhause stellt eine wichtige Komponente dar. Im Tele-Modul erhalten die Teilnehmenden hierfür Zugriff auf eine Applikation mit der Möglichkeit einer individuellen Trainingssteuerung. Ein weiteres optionales Angebot sind virtuelle Live-Demonstrationen zum Mitmachen. Dieser Zugang wird zudem für die Beratung zur Ernährung und Sicherheit im Wohnumfeld genutzt.

In einer dreiarmigen randomisierten kontollierten Studie wird geprüft, ob und in welchem Ausmaß die beiden Module dazu beitragen, Stürze und sturzbedingte Verletzungen zu vermeiden und die motorische Funktionalität und die körperliche Aktivität zu verbessern. Hierzu werden die Teilnehmenden nach dem Zufallsprinzip der Tele-Bewegungsgruppe, der konventionellen Bewegungsgruppe oder der Kontrollgruppe zugeteilt. Insgesamt sollen über 2.700 Menschen im Alter von 70 bis 90 Jahren an der Studie teilnehmen.

Das Projekt wird für vier Jahre mit insgesamt ca. 7,2 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall werden die Ergebnisse dazu beitragen, den Leitfaden Prävention des GKV-Spitzenverbandes weiterzuentwickeln und mehr Bewegungsangebote im ländlichen Raum zu ermöglichen. Auch können sie genutzt werden, um bestehende digitale Bewegungsangebote zielgruppengerecht weiterzuentwickeln.

Konsortialpartner

Charité – Universitätsmedizin Berlin, DStGB Dienstleistungs-GmbH, Robert Bosch Gesellschaft für medizinische Forschung mbH, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Universitätsklinikum Ulm