Cardiolotse – Entwicklung eines Versorgungsmodells zur Verbesserung der poststationären Weiterbehandlung am Beispiel kardiologischer Erkrankungen

Projektbeschreibung

4 von 10 Todesfällen in Deutschland sind derzeit auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen. Chronische Krankheitsverläufe sind häufig die Ursache, so liegt beispielsweise für Herzrhythmusstörungen die Mortalität der Männer bei 26,2, die der Frauen bei 38,5 je 100.000 Einwohner.

Das Projekt Cardiolotse richtet sich an Patienten, die an einer chronischen Herzerkrankung leiden. In dem Projekt wird ein Versorgungsmodell für eine verbesserte Weiterbehandlung nach einem Klinikaufenthalt entwickelt. Medizinisches Fachpersonal mit einer entsprechenden Zusatzqualifikation, sogenannte Cardiolotsen, begleiten die Patienten – persönlich und telefonisch – während und nach einem stationären Klinikaufenthalt. Es werden beispielsweise Beratungen durchgeführt oder Therapieziele engmaschig im Auge behalten. Gesundheitlich kritische Situationen sollen damit frühzeitig erkannt und entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden. Mit dem Cardiolotsen wird so der Ansatz der „sprechenden Medizin“ verfolgt, unabhängig vom sozioökonomischen Status und Herkunft des Patienten.

In der begleitenden Studie werden die Krankheitsverläufe derjenigen Patienten, die eine Begleitung durch einen Cardiolotsen erhielten, verglichen mit denen ohne Begleitung. So wird überprüft, inwiefern die Begleitung durch einen Cardiolotsen dazu führen kann, dass die Patienten seltener stationär behandelt werden müssen. Zudem wird erfasst, ob sie länger – und mit einer höheren Qualität – leben. Das Projekt wird für 48 Monate mit insgesamt ca. 4,6 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall könnte ein mögliches neues Berufsbild – der „Lotse“ – nach Abschluss der Projektlaufzeit auf andere Erkrankungen übertragen und in die Regelversorgung überführt werden.

Konsortialpartner

Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH; Technische Universität München