CED Bio-Assist – Assistenzpersonal assoziierte Optimierung der Betreuung von Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) unter einer Biologika-Therapie

Projektbeschreibung

Unter chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) werden als Hauptformen die Erkrankungen Morbus Crohn (MC) und Colitis ulcerosa (CU) verstanden. Es handelt sich um komplexe immunologische Störungen, deren Manifestation und Verlauf durch genetische und umweltbedingte Ursachen bestimmt werden und die bislang nicht heilbar sind. In Deutschland leiden zurzeit etwa 320.000 Menschen unter einer CED.

CED Bio-Assist richtet sich an Patienten mit CED, die mit Biologika therapiert werden. Bei den Biologika handelt es sich um gentechnisch hergestellte Eiweißstoffe, die gezielt entzündungsfördernde Substanzen des Immunsystems hemmen. Diese Patientengruppe wurde bewusst ausgewählt, da es sich zum einen um die schwerer erkrankten Fälle mit häufig multiplen Problemfeldern handelt. Zum anderen geht die Therapie auch längerfristig oft mit Nebenwirkungen einher und kann daher Ängste bei den Patienten auslösen. Bei der umfassenden Begleitung dieser Patientengruppe kommt der CED-Fachassistenz eine wichtige Rolle zu: Diese stellt die erste Anlaufstelle für den Patienten dar und kann eine „Lotsenfunktion“ übernehmen. Die Kontaktschwelle wird durch die Einbeziehung der CED-Fachassistenz verringert und die psychosoziale Situation der Patienten stärker in den Fokus gerückt. Eine Unterstützung im individuellen Krankheitsmanagement wird angeboten. Die ärztliche Verantwortung wird dabei nicht gemindert, sondern sinnvoll unterstützt und ggf. insbesondere bei beratungsintensiven Situationen ergänzt. Der Arzt wird durch Übernahme von begleitenden Tätigkeiten (z. B. Dokumentation, Ernährungs-, Lebensberatung, Patienten-, Terminmanagement, Unterweisung in Injektionstechniken) entlastet. Der Einbezug der CED-Fachassistenz hilft bei der Umsetzung der vielfältigen medizinischen Betreuungsnotwendigkeiten. Darüber hinaus überwindet sie die oftmals von Patienten empfundene Distanz im Arzt-Patienten-Verhältnis und eröffnet so eine neue Beziehungsebene. Das Projekt trägt zur Förderung der „sprechenden Medizin“ bei und erhöht gleichzeitig die Betreuungsqualität der Patienten. Das Projekt wird für vier Jahre mit insgesamt ca. 5,4 Millionen Euro gefördert.

Durch das Projekt werden nicht nur zusätzliche Fachkräfte geschult, sondern auch ein Zusatzmodul „Biologika“ zur „Versorgungsassistenz CED“ implementiert. Erstmalig wird so ein innovatives Betreuungskonzept auf breiter Basis durch die Beteiligung der verschiedenen Krankenkassen in der Versorgungspraxis umgesetzt und evaluiert.

Konsortialpartner

Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands e. V., Techniker Krankenkasse, Fachgesellschaft für Assistenzpersonal – Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (FA-CED) e. V., Universität Hamburg, Universität zu Lübeck, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel