DiaTT – Dialyse Trainings-Therapie (Trainingstherapie während der Hämodialyse)

  • Themenfeld: Themenoffen
  • Bundesländer: Bayern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Thüringen
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Etwa 80.000 Deutsche leiden an einer Erkrankung, bei der die Nieren das Blut nicht mehr ausreichend entgiften. Diese Menschen sind dauerhaft auf eine Therapie in einem Dialysezentrum angewiesen. Dort verbringen sie an drei Tagen der Woche jeweils vier bis fünf Stunden – sitzend oder liegend – an einem Dialysegerät. Das schränkt ihre Mobilität stark ein und lässt ihnen wenig Zeit, um aktiv am Leben teilzunehmen.

Das Projekt DiaTT bietet Dialysepatienten eine Sporttherapie an, die während der Dialyse stattfindet. Hierfür arbeiten Ärzte und Pflegepersonal am Dialysezentrum mit Physiotherapeuten und Sportlehrern zusammen. Im Sitzen oder Liegen trainieren die Patienten mit speziellen Geräten ihre Ausdauer und Kraft. So können sie ihre körperliche Leistungsfähigkeit fördern und einen Teil der Dialysezeit sinnvoll nutzen. Videos mit sport- und ernährungsmedizinischen Inhalten werden während der Dialyse gezeigt und ergänzen das Sportprogramm. Zusätzlich können die Patienten und ihre Angehörigen an Gruppenschulungen zu Gesundheitsthemen teilnehmen.

Die Sporttherapie soll die Mobilität und Belastbarkeit der Dialysepatienten verbessern und ihre Lebensqualität erhöhen. Sie soll auch die Wirksamkeit der Dialyse steigern und bestimmte Blutwerte der Patienten verbessern. An der Studie nehmen Dialysezentren in Sachsen, Thüringen, Bayern und Nordrhein-Westfalen teil. Um den Erfolg des Projektes beurteilen zu können, werden die an der Sporttherapie teilnehmenden Patienten verglichen mit Patienten, die nicht daran teilnehmen. Nach zwölf Monaten wird untersucht, ob es Unterschiede zwischen den beiden Gruppen gibt.

Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 5,2 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall kann DiaTT die Gesundheit von Dialysepatienten verbessern und die Kosten der Gesundheitsversorgung senken. Das Konzept kann gut auf andere Regionen in Deutschland übertragen werden.

Ansprechpartner

Professor Dr. med. Martin Halle
Technische Universität München
Prävention und Sportmedizin
Georg-Brauchle-Ring 56
80992 München
0049 89 28924431
halle@tum.de

Konsortialpartner

Universität zu Köln; AOK PLUS; BARMER; Techniker Krankenkasse; Universitätsklinikum Freiburg