DigiSep – Optimierung der Sepsis-Therapie auf Basis einer patientenindividuellen digitalen Präzisionsdiagnostik

Projektbeschreibung

Bei einer Sepsis, umgangssprachlich auch Blutvergiftung genannt, kann die körpereigene Abwehrreaktion auf eine Infektion mit z. B. Bakterien oder Viren so heftig ausfallen, dass Organe und Gewebe massiv geschädigt werden oder gar ganz versagen. Das macht die Erkrankung lebensbedrohlich. In Deutschland erleiden jährlich bis zu 300.000 Menschen eine Sepsis, von denen mehr als 70.000 versterben. Für eine erfolgreiche Therapie ist es entscheidend, den jeweiligen Erreger frühzeitig und zuverlässig zu identifizieren. Mit den bisher üblichen Methoden gelingt dieser Nachweis allerdings häufig nicht.

Im Projekt DigiSep wird untersucht, ob die Diagnostik mit digital gestützten Methoden präziser und zuverlässiger durchgeführt und die Therapie darauf aufbauend optimiert werden kann. Dazu wird eine Blutprobe der Patientin oder des Patienten sequenziert, bioinformatisch analysiert und anschließend mit einer Erregerdatenbank abgeglichen. Die Ergebnisse werden in digitaler Form an die behandelnden Ärztinnen und Ärzte zurückgemeldet und können so unverzüglich in die Therapieplanung mit einbezogen werden. Ein infektiologisches Expertenkonsil, in dem die Befunde und daraus resultierende Therapieentscheidungen gemeinsam besprochen werden können, bietet zusätzliche Unterstützung.

Im Rahmen einer multizentrischen, randomisierten Interventionsstudie vergleichen die Forschenden, ob die Kombination aus digitaler Präzisionsdiagnostik, Expertenaustausch und Standarddiagnostik der reinen Standarddiagnostik bei einer Sepsis überlegen ist. Sie untersuchen, ob unter anderem die Verweildauer auf der Intensivstation, die Zeit der antiinfektiven Therapie und die Mortalität in der Interventionsgruppe niedriger ist. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 3,1 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall kann das Projekt dazu beitragen, die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Sepsis oder septischem Schock zu verbessern. Neben einer Senkung der Sterblichkeit könnte dies auch zu geringeren Folgeerkrankungen und einer höheren Lebensqualität der Betroffenen beitragen.

Konsortialpartner

AOK Rheinland/Hamburg – Die Gesundheitskasse, BARMER, Noscendo GmbH, Techniker Krankenkasse, Universität Bielefeld, Universitätsklinikum Heidelberg