EliPfad – Personalisierter, interdisziplinärer Patientenpfad zur sektorenübergreifenden Versorgung multimorbider Patienten mit telemedizinischem Monitoring

Projektbeschreibung

Bei steigender Lebenserwartung leiden ältere Menschen immer häufiger unter mehreren Erkrankungen, in der Fachsprache Multimorbidität genannt. Studien zufolge haben multimorbide Patientinnen und Patienten ein erhöhtes Risiko, in den Monaten nach einem Klinikaufenthalt erneut ins Krankenhaus eingeliefert zu werden. Es entsteht der sogenannte Drehtüreffekt. Daher werden Versorgungsangebote immer wichtiger, die Betroffenen helfen, ihren Alltag möglichst selbstbestimmt leben zu können und dazu beizutragen, Krankenhausaufenthalte zu verkürzen und zu verringern. Dazu soll das Projekt EliPfad beitragen, indem es einen personalisierten und interdisziplinären Pfad zur sektorenübergreifenden Versorgung dieser Menschen etabliert, in dem die Autonomie einen hohen Stellenwert hat.

In das Projekt sind Haus- und niedergelassene Fachärztinnen und Fachärzte, klinische Expertinnen und Experten sowie Therapeutinnen und Therapeuten eingebunden. EliPfad soll Strukturen schaffen, die eine Unterbrechung der Versorgung bei einer Einweisung ins Krankenhaus und nach einer Entlassung verhindern. Grundlage hierfür sind eine elektronische Patientenakte, die enge Abstimmung von Ärztinnen und Ärzten über Telekonsile, ein individuelles Übungsprogramm sowie der Einsatz smarter Endgeräte, die eine telemedizinische Dokumentation ermöglichen.

In einer randomisiert kontrollierten Studie wird die neue Versorgungsform hinsichtlich ihrer Wirksamkeit, des Implementierungsprozesses sowie ihrer Wirtschaftlichkeit evaluiert. Dazu werden in fünf Zentren etwa 950 Patienten in eine Interventions- und Kontrollgruppe eingeteilt und ihre Behandlungspfade miteinander verglichen. Das Projekt zielt darauf ab, Wiederaufnahmen ins Krankenhaus nach Entlassung aus einer akut-internistischen Behandlung zu verringern und wird für vier Jahre mit insgesamt ca. 12,7 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall kann das Versorgungsangebot auf andere Zielgruppen und medizinische Indikationen übertragen und in bestehende Strukturen integriert werden. Die Übertragbarkeit der Erkenntnisse ist sowohl für urbane als auch für ländliche Regionen gegeben.

Konsortialpartner

BARMER, Deutsche Gesellschaft für Care und Case Management e. V., figus GmbH Priv. Forschungsinstitut für Gesundheits- und Systemgestaltung, Gesundheitsnetz Köln-Süd e. V., ilvi GmbH, Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein, Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe, Klinikum Dortmund gGmbH, Private Universität Witten/Herdecke gGmbH, RVZ Rechenzentrum Volmarstein GmbH, St. Elisabeth Gruppe GmbH, St. Franziskus-Stiftung Münster, TAKEPART Media + Science GmbH, Techniker Krankenkasse, Universitätsklinikum Aachen