eRIKA – eRezept als Element interprofessioneller Versorgungspfade für kontinuierliche AMTS

Projektbeschreibung

Menschen, die aufgrund ihrer Krankheiten mehrere Medikamente gleichzeitig nehmen müssen (Polypharmazie), sollten über einen vollständigen Medikationsplan (BMP) verfügen. Er ist Voraussetzung für eine sichere Verordnung und umfassende pharmazeutische Beratung. Eine solche Kenntnis der Gesamtmedikation fehlt jedoch häufig oder ist nicht auf dem aktuellsten Stand.

eRIKA zielt darauf ab, die Verordnung und Abgabe von Arzneimitteln zu verbessern, um Patientinnen und Patienten vor vermeidbaren Risiken zu schützen. Hierzu nutzt eRIKA den eRezept-Prozess sowie den Kommunikationsdienst KIM (Kommunikation im Medizinwesen), der es Praxen ermöglicht, medizinische Dokumente elektronisch und sicher über die Telematikinfrastruktur (TI) zu versenden und zu empfangen. Zum Zeitpunkt der Verordnung erhalten Ärztinnen und Ärzte in dieser neuen Versorgungsform Kenntnis über die Gesundheitshistorie und Gesamt­medikation ihrer Patientinnen und Patienten. Apothekerinnen und Apotheker erhalten die für ihre Bera­tung notwendigen Informationen über die Gesamtmedikation. Patientinnen und Patienten selbst können ihren Medikationsplan digital aufrufen und erhalten Zugang zu relevanten Informationen.

Die Evaluation erfolgt durch qualitative und quantitative Methoden.  Phase 1 setzt auf ein randomisiertes Kontrolldesign (Reallabor). Dieses wird in Phase 2 durch ein quasi-experimentelles Design mit aktuellen und historischen Kontrolldaten ergänzt. Primärer Endpunkt ist die Hospitalisierung bzw. der Tod bis drei Monate nach Verordnung. Zudem wird die Inzidenz von durch unangemessene Arzneimittelwirkungen induzierten Diagnosen sowie die Kosteneffizienz und Machbarkeit analysiert. Das Projekt wird für vier Jahre mit insgesamt ca. 11,7 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall erhöht der Prozess die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) durch die Übertragung gesicherter Patienteninformationen, Empfehlungen zum Polypharmazie-Management und Prüfung auf AMTS-Risiken z. B. in der Frühschwangerschaft. Zudem wird die chargenspezifische Rückverfolgbarkeit von Arzneimitteln zu Patientinnen und Patienten verbessert.

Konsortialpartner

AOK Nordost - Die Gesundheitskasse, Bergische Universität Wuppertal, Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe, Universität Bielefeld, , Universität zu Köln