M@dita – Mutterschaftvorsorge@digital im Team von Anfang an

Projektbeschreibung

Im europäischen Vergleich (5,9 bis 11 Prozent) liegt die Frühgeburtenrate in Deutschland mit knapp neun Prozent im oberen Bereich. Langzeitfolgen von Früh- und Mangelgeburten können Störungen in der seelischen, körperlichen und motorischen Entwicklung der Kinder sein. Studien zeigen einen Zusammenhang von psychosozialen Belastungen, geringer Inanspruchnahme der Mutterschaftsvorsorge und Früh- sowie Mangelgeburten.

Die neue Versorgungsform hat das Ziel, die Rate an Früh- und Mangelgeburten zu senken sowie den Anteil der Kinder zu erhöhen, die vier Monate nach der Geburt voll gestillt werden. Dazu soll der Mutterpass um Fragen zu psychosozialen und lebensstilbezogenen Risiken ergänzt werden. Darüber hinaus sollen bestehende medizinische und soziale Versorgungsstrukturen besser vernetzt und bedarfsgerecht zugänglich gemacht werden. Eine berufsgruppenübergreifende Betreuung von Schwangeren und der strukturierte Informationsaustausch über den Unterstützungsbedarf der Teilnehmerinnen soll frühzeitig eingeleitet werden. Risiko-Schwangere sollen motiviert und unterstützt werden, Hilfsangebote zu nutzen. Über elektronische Interaktionssysteme sollen Gynäkologen und Hebammen dabei helfen, die Schwangeren dazu zu befähigen und zu motivieren, aktiv ihre gesundheitliche und psychosoziale Situation für sich selbst und ihr Kind zu verbessern. Im Verlaufe des Programms sollen ca. 2.353 Schwangere an dem Programm in Schleswig-Holstein teilnehmen. Verglichen werden die teilnehmenden Frauen mit Kontrollgruppen, die nicht an dem Programm teilnehmen. Auf der Grundlage von Krankenkassen- und Befragungsdaten wird analysiert, ob die teilnehmenden Frauen nachweisbar weniger Mangel- und Frühgeburten erleiden und ob sie häufiger Stillen. Das Projekt wird für vier Jahre mit insgesamt ca. 4,7 Millionen gefördert.

Im Erfolgsfall sind die Erkenntnisse unmittelbar auf andere Regionen übertragbar.

Konsortialpartner

Berufsverband der Frauenärzte e. V. – Landesverband Schleswig-Holstein, Hebammenverband Schleswig-Holstein e. V., Techniker Krankenkasse, OptiMedis AG, Hamburg Center for Health Economics