OptiNIV – Optimierung der nachklinischen Intensivversorgung bei neurologischen Patienten

Projektbeschreibung

Derzeit sind in Deutschland ca. 30.000 Menschen auch nach einer stationären intensivmedizinischen Behandlung auf eine maschinelle Beatmung oder einen dauerhaften Zugang zur Luftröhre (Trachealkanüle, TK) angewiesen. Die Versorgung dieser Patientinnen und Patienten erfolgt durch außerklinische Intensivpflege (AIP) und ist mit hohen Kosten verbunden. Insbesondere neurologische Patientinnen und Patienten, z. B. nach einem Schlaganfall, könnten jedoch ein großes Potenzial haben, sich langfristig zu erholen und erfolgreich von Beatmung/TK entwöhnt zu werden. Dieses Erholungspotenzial wird derzeit aber nur bedingt ausgeschöpft, weil koordinierende-rehabilitative Strukturen und Prozesse im ambulanten Bereich fehlen. Hier soll OptiNIV Abhilfe schaffen.

Das Projekt entwickelt und evaluiert neue Diagnostik- und Behandlungspfade an der Schnittstelle von stationärer, neurorehabilitativer und AIP-Versorgung. Ambulante Experten-Teams betreuen und behandeln die Patientinnen und Patienten regelmäßig zu Hause. Studienzentren in Schwerpunktkliniken der neurologischen Frührehabilitation koordinieren die Behandlungsmaßnahmen und übernehmen das Fallmanagement. Ein fachübergreifendes Assessment identifiziert das individuelle Entwöhnungspotenzial der Patientinnen und Patienten. Die Entwöhnung von maschineller Beatmung/TK erfolgt dann ggf. während einer stationären neurologischen Intervallrehabilitation.

Die auf ein Jahr angelegte Studie mit 173 neurologischen AIP-Patientinnen und -Patienten soll den Erfolg bei ihrer Entwöhnung von der maschinellen Beatmung/TK ermitteln. Dazu wird die Studiengruppe (115 Patientinnen und Patienten mit OptiNIV) mit einer Kontrollgruppe (58 Patientinnen und Patienten mit Regelversorgung) verglichen. Zudem analysieren die Forschenden die Kosten des neuen Behandlungspfads im Vergleich zur Standardbehandlung. Das Projekt wird für dreieinhalb Jahre mit ca. 5,3 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall müssen nach Projektabschluss weniger Patientinnen und Patienten maschinell beatmet oder mit einer Trachealkanüle versorgt und in der AIP betreut werden. Für die Betroffenen ist damit eine Verbesserung an Lebensqualität und gesellschaftlicher Teilhabe verbunden.

Konsortialpartner

AOK Bayern – Die Gesundheitskasse, RHÖN-KLINIKUM Aktiengesellschaft, Schön Klinik Bad Aibling SE & Co KG, Therapiezentrum Burgau - gemeinnützige Gesellschaft zur neurologischen Rehabilitation nach erworbenen cerebralen Schäden mbH, Universität Greifswald, Universitätsklinikum Regensburg, Universitätsmedizin Greifswald