PETRA 2.0 – Personalisierte Therapie bei Rheumatoider Arthritis (PETRA 2.0) basierend auf dem Modell der Psychoneuroimmunologie

Projektbeschreibung

Die rheumatoide Arthritis (RA) ist die in Deutschland häufigste entzündliche Gelenkerkrankung. Sie betrifft ca. 0,8 Prozent der Erwachsenen und kann deren Lebensqualität erheblich einschränken. Frauen sind häufiger betroffen als Männer; bei ca. 20 Prozent der Erkrankten treten Depressionen oder Angst als Begleiterkrankungen auf. Neben erblichen Faktoren und dem Alter zählen Lebensstilfaktoren (z. B. Rauchen und Übergewicht), Umwelteinflüsse, Hormone sowie psychische Belastungen zu den Risikofaktoren an einer rheumatoiden Arthritis zu erkranken oder diese zu verstärken.

Das Projekt hat zum Ziel, bei Patientinnen und Patienten mit rheumatoider Arthritis das gesundheitsfördernde Verhalten zu verbessern, die Lebens- und Gesundheitskompetenz zu stärken und dadurch Immunologie und Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen. Betroffene sollen die mit ihrer Krankheit einhergehenden Gefühle – z. B. Angst, Ärger, Depression, Zweifel und Überdruss – in ihrer täglichen Lebens- und Arbeitswelt selbstbestimmt steuern lernen. Dazu wurde ein neunmonatiges Interventionsprogramm mit einer Nachhaltigkeitsphase konzipiert. Basierend auf der Psychoneuroimmunologie (PNI) wurden insgesamt zwölf Interventionsmodule entwickelt, die sich auf unterschiedliche Aspekte des täglichen Lebens fokussieren, u. a. den Umgang der Patientinnen und Patienten mit Stress und Emotionen. Mit dem Training werden die emotionalen und sozialen Kompetenzen der Teilnehmenden gestärkt und Problemlösungsstrategien erarbeitet. Psychoneuroimmunologisch gesehen sollen dadurch Immunstörung und Krankheitsaktivität langfristig positiv beeinflusst werden.

In die Studie werden 440 Patientinnen und Patienten eingeschlossen, wovon die Hälfte das Training erhält. Der Rest verbleibt in der Regelversorgung. Begleitet wird die Hauptstudie von Einzelfallstudien, die die komplexen Zusammenhänge zwischen biologischen, psychologischen und sozialen Krankheitsfaktoren unter Bedingungen des gelebten Alltags näher bestimmen. Das Projekt wird für dreieinhalb Jahre mit insgesamt ca. 4,4 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall fällt den Patientinnen und Patienten der Umgang mit der rheumatoiden Arthritis leichter. Krankheitsschübe können reduziert und psychische Begleiterkrankungen vorgebeugt werden, so dass die Lebensqualität der Betroffenen gesteigert werden kann.

Konsortialpartner

AOK Bayern – Die Gesundheitskasse, BDRh Service GmbH, Berufsverband der Präventologen e. V., Deutsche Psychotherapeuten Vereinigung e. V., Kassenärztliche Vereinigung Bayerns, Medizinische Universität Innsbruck, Universität Regensburg