Res@t – Ressourcenstärkendes Adoleszenten- und Eltern-Training bei Medienbezogenen Störungen

Projektbeschreibung

Ab dem 1. Januar 2022 kann die pathologische Nutzung von digitalen Spielen von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Gaming Disorder (GD) klassifiziert und damit als erste Medienbezogene Störung (MBS) abrechnungsrelevant werden. Drei bis fünf Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland erfüllen die Kriterien für eine MBS und ca. 15 Prozent die einer riskanten Nutzung. Angesichts der Beschränkungen in der aktuellen COVID-19-Pandemie ist eine Steigerung dieser Zahlen nicht auszuschließen.

Betroffene Kinder und Jugendliche zeigen häufiger emotionale Belastungen und Verhaltensprobleme sowie Begleiterkrankungen wie Schlafstörungen, ADHS, Ängste und Depression. Ebenso sind Eltern von Betroffenen mit einer MBS in der Regel hochbelastet; eine wissenschaftlich begründete und flächendeckend verfügbare professionelle Intervention für betroffene Familien ist deshalb dringend erforderlich. Das Online-Interventionsprogramm Res@t setzt hier an und stellt eine neue Versorgungsform zur Behandlung einer MBS weitgehend unabhängig von lokalen Versorgungsstrukturen zur Verfügung. Ihr Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen mit MBS und deren Familien eine bestmögliche Behandlung zukommen zu lassen. Die im Projekt entwickelte, am individuellen Krankheitsverlauf ausgerichtete, Interventions-App soll klinisch etablierte und validierte MBS-Therapieprogramme des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters (DZSKJ) deutschlandweit zugänglich machen. Das Projekt wird für vier Jahre mit insgesamt ca. 4,8 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall wird Res@t für Betroffene von einer MBS sowie deren Eltern schnell, wohnortunabhängig und niederschwellig digital zugänglich sein. Das neue Versorgungsangebot kann analoge Versorgungsformen entlasten und diese durch die Einbeziehung der behandelnden Therapeutinnen und Therapeuten optimieren. Zudem kann das Angebot langfristig dazu beitragen, die MBS-bedingten Kosten für das Gesundheitssystem zu senken.

Konsortialpartner

AOK Rheinland/Hamburg – Die Gesundheitskasse, BARMER, Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Deutschland e. V., DAK-Gesundheit, Embloom GmbH, Techniker Krankenkasse, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Universitätsmedizin Rostock