RESIST – Resistenzvermeidung durch adäquaten Antibiotikaeinsatz bei akuten Atemwegserkrankungen

  • Themenfeld: Modellprojekte zur Arzneimitteltherapie sowie Arzneimitteltherapiesicherheit
  • Bundesländer: Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Antibiotika werden in Deutschland überwiegend verantwortungsvoll verordnet, auch im EU-Vergleich schneidet die Bundesrepublik bereits recht gut ab. Doch Erfahrungen zum Beispiel aus den Niederlanden und der Schweiz zeigen, dass noch erhebliche Verbesserungen möglich sind. Antibiotika wirken nur gegen Bakterien. Bei Erkrankungen, die durch Viren verursacht werden, also zum Beispiel bei fast allen Erkältungskrankheiten oder auch der Grippe, sind Antibiotika hingegen wirkungslos. Durch den adäquaten Einsatz von Antibiotika können Resistenzbildungen sowie unerwünschte Neben- und Wechselwirkungen vermieden werden.

Im Rahmen des Modellprojekts RESIST werden Ärzte und Patienten für das Thema Antibiotikaresistenzen sensibilisiert und zu einem noch verantwortungsvolleren Umgang mit Antibiotika bei akuten Atemwegsinfekten motiviert. Ein zentraler Ansatzpunkt ist die Arzt-Patienten-Kommunikation und ganz konkret die Förderung der gemeinsamen Entscheidungsfindung. Hierzu wurden spezifische Instrumente entwickelt, darunter eine Online-Schulung für Mediziner sowie ein Instrumentenkoffer, der unter anderem Informationsflyer für Patienten und Entscheidungshilfen für Ärzte und Patienten enthält. Zur Projektteilnahme aufgerufen werden Haus-, HNO-, Kinder- und Jugendärzte in acht der bundesweit 17 Kassenärztlichen Vereinigungen (Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein, Saarland und Westfalen-Lippe). Von dem Projekt sollen alle Ersatzkassenversicherten mit Verdacht auf einen Atemwegsinfekt profitieren, die einen der teilnehmenden Ärzte aufsuchen. In der Evaluation wird untersucht, wie sich die Intervention auf die Antibiotikaverordnungsraten auswirkt. Gleichzeitig werden teilnehmende Ärzte und Patienten befragt, um Stärken und Schwächen der neuen Versorgungsform besser zu identifizieren. Das Projekt wird für 39 Monate mit insgesamt ca. 13,8 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall kann das Modell bundesweit übertragen werden.

Ansprechpartner

Verband der Ersatzkassen e.V.
Askanischer Platz
10963 Berlin
Projektleitung: Dr. Julia Iwen
0049 40 41329825
Julia.Iwen@vdek.com

Konsortialpartner

BARMER, Techniker Krankenkasse (TK), DAK-Gesundheit, Kaufmännische Krankenkasse - KKH, Handelskrankenkasse (hkk), HEK - Hanseatische Krankenkasse