SLEEP WELL – Digital unterstützte Schlafmedizin – Entwicklung optimierter Patientenwege bei obstruktiver Schlafapnoe

Projektbeschreibung

Die obstruktive Schlafapnoe (OSA) ist eine schlafbezogene Atmungsstörung, die durch eine Verengung des Rachenraums im Schlaf entsteht und sich durch starkes Schnarchen sowie Atemaussetzer kennzeichnet. Die dadurch ausgelöste körperliche Stressreaktion führt kurzfristig zu einem nicht-erholsamen Schlaf und kann langfristig das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Vorhofflimmern erhöhen. Rund eine Million Patientinnen und Patienten in Deutschland werden bereits erfolgreich mit einer nächtlichen Atemwegsüberdrucktherapie behandelt. Eine OSA-Verdachtsdiagnose wird jedoch so häufig gestellt, dass Betroffene oft mehrere Monate auf einen Untersuchungstermin in einem Schlaflabor warten müssen.

Das Projekt SLEEP WELL knüpft daran an und möchte die Versorgungsstrukturen von OSA-Patientinnen und -Patienten durch Telemedizin verbessern. Dabei werden Haus- und Fachärztinnen und -ärzte telemedizinisch durch Expertinnen und Experten der Schlafmedizin in der Diagnosestellung von potenziellen OSA-Patientinnen und Patienten unterstützt. Zudem soll untersucht werden, ob sich Behandlung und Nachsorge dank telemedizinischer Begleitung erfolgreich auch zuhause durchführen lassen.

Für die neue Versorgungsform werden über 4.440 Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf OSA ausgewählt. Um zu untersuchen, ob die neue Versorgungsform einen Zusatznutzen aufweist, werden zwei Patientengruppen gebildet: Eine Gruppe wird zusätzlich mit Hilfe von Telemedizin behandelt, die andere Gruppe nicht. Durch Vergleiche mit Blick auf Lebensqualität, Therapietreue und Gesundheitskosten wird der Nutzen untersucht. Das Projekt wird für vier Jahre mit insgesamt ca. 6,8 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall kann das Konzept die Zusammenarbeit zwischen Haus- und Fachärztinnen und -ärzten sowie Schlafmedizinerinnen und Schlafmedizinern verbessern. Dank telemedizinischer Begleitung können sich so Wartezeiten verringern. Zudem kann die Behandlung bei geeigneten Patientinnen und Patienten zuhause statt im Schlaflabor eingeleitet und insgesamt die Therapietreue gesteigert werden. Dies würde die Versorgungssituation von OSA-Patientinnen und Patienten insgesamt verbessern sowie zu einem Plus an Lebensqualität beitragen.

Konsortialpartner

BARMER, DAK-Gesundheit, DEGEDI Pro Physio GmbH, Essener Forschungsinstitut für Medizinmanagement GmbH, Evangelische Kliniken Essen-Mitte gGmbH, IKK classic, Klinik für Schlafmedizin Düsseldorf Grand Arc GmbH, MuM – Medizin und Mehr eG, Techniker Krankenkasse, Universität Duisburg-Essen, Universitätsklinikum Essen