StroConnect – Kooperative Schlaganfallakutversorgung mit verbessertem Therapiezugang durch Einbindung des Rettungsdienstes in ein neurovaskuläres Netzwerk
Projektbeschreibung
In Hamburg erleiden jedes Jahr mehr als 10.000 Menschen einen Schlaganfall. Schlaganfälle stellen die häufigste Ursache für bleibende Behinderungen im Erwachsenenalter dar; bei einem akuten ischämischem Schlaganfall ist eine schnelle Reperfusionstherapie notwendig, um Folgeschäden zu reduzieren. Dazu gehört beispielsweise die mechanische Wiederöffnung einer verschlossenen Hirnarterie. Da diese sogenannte Thrombektomie jedoch nicht in jedem Krankenhaus zu jeder Zeit durchgeführt werden kann, sind geeignete zielgerichtete Zuweisungskonzepte erforderlich, um Verzögerungen insbesondere beim Zugang zu dieser wirksamen Akuttherapie zu minimieren.
Ziel des Projekts StroConnect ist es daher, die Schnittstelle zwischen Rettungsdienst und akuter Schlaganfallversorgung zu optimieren. Bereits am Einsatzort soll der Rettungsdienst mittels telemedizinischer Konsultation durch Neurologinnen und Neurologen in der Einschätzung von Patientinnen und Patienten mit Schlaganfallsymptomen unterstützt werden, um auf Basis der klinischen Befunde und der verfügbaren Akuttherapiemöglichkeiten eine patientenzentrierte Zuweisung vorzunehmen. Während des Patiententransports erfolgt dann eine digitale Übergabe des Telekonsultationsprotokolls an das Behandlungsteam der aufnehmenden Klinik, so dass die anschließende stationäre Akutversorgung beschleunigt und der Zugang zur Thrombektomie verbessert werden können. Dieses Konzept wird, aufbauend auf bestehenden Strukturen eines neurovaskulären Versorgungsnetzwerks, in Zusammenarbeit von sieben Kliniken im Großraum Hamburg erprobt.
Um den Effekt der Intervention messen zu können, wird die Zeit vom Eintreffen des Rettungsdienstes am Einsatzort bis zum Beginn einer durchgeführten Thrombektomie erfasst. Diese Daten werden aus der Einsatz- und Prozessdokumentation der Rettungsdienste und der kooperierenden Kliniken gewonnen und mit der bestehenden Regelversorgung verglichen. Zusätzlich werden die so versorgten Patientinnen und Patienten nach drei Monaten zu ihrer Lebensqualität und alltagsrelevanten Einschränkungen befragt. Neben einer Prozessevaluation zur Untersuchung der Implementierung der StroConnect-Intervention wird eine Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt. Das Projekt wird für 42 Monate mit insgesamt ca. 6,7 Millionen Euro gefördert.
Im Erfolgsfall sind die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse auf andere Regionen sowie weitere medizinische Fachrichtungen übertragbar und leisten einen wichtigen Beitrag zu einer besseren Akutversorgung von Schlaganfallpatientinnen und -patienten.
Konsortialpartner
AGAPLESION Bethesda Krankenhaus Bergedorf gGmbH, Albertinen-Krankenhaus/Albertinen-Haus gGmbH, AOK Rheinland/Hamburg – Die Gesundheitskasse, Katholisches Marienkrankenhaus gGmbH, Klinikum Itzehoe, Krankenhaus Reinbek St. Adolf Stift GmbH, Mobil Krankenkasse, Regio Kliniken GmbH, ZTM Bad Kissingen GmbH
Themenfeld: Kooperative und interprofessionelle Versorgungsmodelle mit weiterentwickelter Aufgabenteilung zwischen verschiedenen Gesundheitsberufen und Leistungserbringern
Bundesländer: Hamburg, Schleswig-Holstein
Laufzeit: 07/2025 – 12/2028
Status: laufend
Förderkennzeichen: 01NVF24310
Kontakt
Prof. Dr. Götz Thomalla
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Klinik und Poliklinik für Neurologie
Martinistraße 52
20246 Hamburg
+49 40 741052770
thomalla@uke.de