TeleDerm – Implementierung teledermatologischer Konsile in die hausärztliche Versorgung - kontrollierte Studie mit qualitativ-quantitativer Prozessevaluation

  • Themenfeld: Versorgungsmodelle unter Nutzung von Telemedizin, Telematik und E-Health
  • Bundesland: Baden-Württemberg
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Telemedizin bietet eine Möglichkeit, die medizinische Versorgung auf dem Land sicherzustellen. Denn der ärztliche Austausch über Video oder Internet kann räumliche Entfernung und zeitliche Engpässe in der Versorgung überwinden. Erkrankungen der Haut eignen sich dafür besonders. Denn Bilder der Erkrankung lassen sich leicht übermitteln und vom Hautarzt bzw. Dermatologen aus der Ferne analysieren und bewerten.

Ziel des Projektes Telederm ist es, die Versorgung von Patienten mit Hauterkrankungen in der hausärztlichen Versorgung durch telemedizinische Konsile zu verbessern. Dafür wird in Hausarztpraxen in Baden-Württemberg ein teledermatologisches Konsilsystem implementiert. Die übermittelten Informationen werden von Dermatologen gesichtet und bewertet. Die Diagnose wird zusammen mit Empfehlungen über das Telekonsilsystem an den Hausarzt wieder zurückgemeldet. Ärzte und Medizinische Fachangestellte in allen teilnehmenden Hausarztpraxen, wie auch die teilnehmenden Dermatologen werden in der Anwendung der für die Informationsübermittlung notwendigen Schritte geschult.

Nach einer einjährigen Testphase wird geschaut, ob die Versorgung von Patienten mit Hauterkrankungen im neuen Versorgungsmodell schneller und effizienter ohne Qualitätsverlust ist als in der Regelversorgung. Ausschlaggebend hierfür sind neben der Anzahl an Überweisungen zum Dermatologen auch die Behandlungsergebnisse, Patientenzufriedenheit und die Akzeptanz bei Arzt und Patienten. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. zwei Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall kann das Modell bundesweit übertragen werden. Denkbar ist auch eine Ausweitung auf weitere medizinische Berufsgruppen und Krankheitsgebiete, bei denen Bildaufnahmen bei der Diagnosestellung besonders wichtig sind, wie beispielsweise in der Augenheilkunde.

Ansprechpartner

Frau Prof. Dr. med. Stefanie Joos
Universitätsklinikum Tübingen (UKT)
Österbergstraße 9
72074 Tübingen
0049 7071 2985213
stefanie.joos@med.uni-tuebingen.de

Konsortialpartner

Universitätsklinikum Tübingen, AQUA-Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen, KSYOS Health Management Research b.v., Universität München, Hochschule Reutlingen, AOK Baden-Württemberg