TeLIPro – Telemedizinisches Lebensstil-Interventions-Programm für Typ 2 Diabetiker

  • Themenfeld: Themenoffen
  • Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

In Deutschland nimmt die Zahl der Menschen, die an Typ-2-Diabetes erkrankt sind, weiter zu. Neben mehr als 6 Millionen diagnostizierten Diabetikern wird von einer großen Dunkelziffer nicht-diagnostizierter Diabetiker ausgegangen. Die Behandlung von Folgeerkrankungen verursacht hohe Gesundheitsausgaben. Schon kleine Änderungen in der Lebensweise haben Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System, die Lebensqualität und die Medikation.

Ziel des Projekts „TeLIPro“ ist es, durch eine patientenzentrierte, individuelle und persönliche Betreuung an einen gesunden Lebensstil heranzuführen. Die Patienten erhalten ein telefonisches Coaching durch einen speziell ausgebildeten und zertifizierten Gesundheitscoach. Dies wird unterstützt durch die telemedizinische Überwachung krankheits- und lebensstilrelevanter Werte wie körperliche Aktivität, Gewicht und Blutdruck. Die so gesammelten Daten werden in einem Online-Portal hinterlegt, zu dem der Patient Zugang erhält. Die Gespräche mit dem Gesundheitscoach beziehen sich insbesondere auf die Themen Ernährung, Bewegung, Diabetes und Motivation. Grundlage dafür sind die telemedizinischen Daten.

Anschließend wird überprüft, ob der Gesundheitszustand und die Lebensqualität von 1000 persönlich betreuten Patienten besser ist und ihre kardiovaskulären Risikofaktoren reduziert werden konnten. Als Vergleichsgruppe dienen Patienten, die nicht telefonisch beraten wurden, ansonsten aber die gleiche Versorgung erhalten. Patientenpräferenzen werden erhoben, um das Versorgungsprogramm zielgruppenorientiert weiterentwickeln zu können. Zudem wird evaluiert, ob die neue Versorgungsform nachhaltig ist. Dafür werden Daten noch sechs Monate nach Ende des Programms ausgewertet. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 1,8 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall kann TeLIPro durch die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien ortsunabhängig und somit flächendeckend bundesweit auch für weitere chronische Erkrankungen genutzt werden. Die Evaluationsergebnisse werden dazu beitragen, die Diabetikerversorgung patientenorientierter und zielgruppenspezifischer zu gestalten. Durch die mögliche Vermeidung von Folgeerkrankungen wird die Lebensqualität der Patienten gestärkt, hohe Leistungsausgaben können eingespart werden.

Ansprechpartner

Christoph J. Rupprecht
AOK Rheinland/Hamburg
Stabsbereich Gesundheitspolitik
Kasernenstraße 61
40213 Düsseldorf
0049 211 87911154
christoph.rupprecht@rh.aok.de

Konsortialpartner

Deutsches Institut für Telemedizin und Gesundheitsförderung (DITG); Privates Institut für angewandte Versorgungsforschung GmbH; Deutsches Diabetes Zentrum