TIGER – Transsektionales Interventionsprogramm zur Verbesserung der Geriatrischen Versorgung in Regensburg

  • Themenfeld: Auf- und Ausbau der geriatrischen Versorgung
  • Bundesland: Bayern
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Durch den demographischen Wandel gibt es in Deutschland immer mehr ältere Menschen. Sie müssen häufiger im  Krankenhaus behandelt werden als Jüngere. Mobilität und Selbständigkeit sind jedoch eingeschränkt, das Infektionsrisiko ist erhöht und oft verschlechtert sich die Ernährung. Nach der Entlassung erholen sich viele Patienten nur langsam. Neue gesundheitliche Probleme treten auf, wie beispielsweise Sturzverletzungen, Mangelernährung und Schwierigkeiten bei der Wundversorgung. Die Folge können Wiederaufnahmen oder eine gesundheitliche Abwärtsentwicklung bis hin zur Pflegebedürftigkeit sein.

Das Projekt TIGER möchte mit Hilfe von „Pfadfindern“ den Übergang vom Krankenhaus zur ambulanten Versorgung verbessern. Pfadfinder sind Pflegewissenschaftler mit dem Schwerpunkt Geriatrie oder vergleichbar ausgebildete Pflegefachpersonen. Sie beraten Patienten und Angehörige und bereiten schon während des Krankenhausaufenthaltes die Zeit nach der Entlassung vor. Das sprechen sie mit den Patienten, deren Angehörigen, Ärzten, Pflegepersonal und weiteren Beteiligten ab. Die Pfadfinder identifizieren und organisieren notwendige ambulante Maßnahmen wie Physiotherapie und Ernährungsberatung. Nach der Entlassung besuchen die Pfadfinder die Patienten regelmäßig zuhause und rufen sie an. Die Patienten können auch selbst mit ihnen Kontakt aufnehmen. Verbesserungen, Verschlechterungen oder neu auftretende Probleme werden so rechtzeitig erkannt. Zusätzlich ist im ersten halben Jahr nach der Entlassung mindestens ein Hausarztbesuch pro Quartal vorgesehen.

Der neue Versorgungsansatz wird in einer wissenschaftlichen Studie evaluiert. Hierfür werden zwei Patientengruppen miteinander verglichen. Eine Gruppe erhält die unterstützende Versorgung durch Pfadfinder, die andere Gruppe die reguläre Versorgung. Erhoben werden Daten etwa zur Wiederaufnahmerate und zu gesundheitlichen Folgeproblemen. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 3,7 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall können Pfadfinder die Versorgung zuhause verbessern und damit die Häufigkeit von Wiederaufnahmen senken. Dadurch haben die Patienten eine höhere Lebensqualität und dem Gesundheitssystem entstehen weniger Kosten. Das Konzept ist deutschlandweit übertragbar.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Cornel Sieber
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg / Institut für Biomedizin des Alterns
Schlossplatz 4
91054 Erlangen
0049 9131 85-26766
cornel.sieber@fau.de

Konsortialpartner

Barmherzige Brüder Krankenhaus GmbH; Universität Bielefeld; AOK Bayern; Regensburger Ärztenetz e. V.; Bundesverband Geriatrie e. V.