AdaptNet – Adaptation und Vernetzung der haus- und fachärztlichen Versorgung im Hinblick auf die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels

Projektbeschreibung

Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Er führt weltweit und auch in Deutschland zu veränderten Gesundheitsrisiken. Immer häufiger gibt es dabei Klimaentwicklungen wie Hitzewellen oder Extremwetter, die die Exposition auf diese klimatischen Ereignisse sowie die Verbreitung und den Verlauf von Infektionskrankheiten auf lokaler Ebene ändern. Daraus entstehen große Herausforderungen für das Gesundheitswesen. Die Prävention und Versorgung klimabedingter Gesundheitsrisiken insbesondere vulnerabler Bevölkerungsgruppen, wie Menschen mit Vorerkrankungen der Atemwege oder auch alten Menschen, ist bisher kaum Thema in der haus- und fachärztlichen Praxis.

Das Projektteam von AdaptNet will daher ein Programm zur Anpassung der medizinischen Versorgung an den Klimawandel entwickeln und umsetzen. Zu diesem Zweck werden die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels in der Region Nürnberg als Beispiel eines städtischen Ballungsraums eingehend untersucht. Konkret erarbeitet das Projektteam fundierte Abschätzungen der klimawandelbedingten Veränderungen und welche Erkrankungen dadurch voraussichtlich häufiger auftreten werden. Darauf aufbauend werden die erforderlichen Anpassungen bei der Versorgung abgeleitet.

Im Ergebnis soll eine Klima-Toolbox entstehen, zusammengesetzt aus einer Basisschulung zu Klimawandel und Gesundheit für Ärztinnen und Ärzte, einem vorsommerlichen Arzneimittel Check-Up zum Thema Hitze, Praxis-Notfallplänen für Extremwetterereignisse sowie Informationen für Patientinnen und Patienten. Die Erarbeitung der Toolbox erfolgt auf Basis einer Bedürfnisanalyse, mit anschließender Entwicklung, Anpassung, Implementierung und Bewertung der Werkzeuge zur Anpassung der Versorgung an klimasensible Gesundheitsrisiken. An der Erarbeitung sind die Haus- und Fachärztinnen und -ärzte aus der Region und deren Patientinnen und Patienten eng beteiligt. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt rund 1,2 Millionen Euro gefördert.

Sollten sich die Werkzeuge der Klima-Toolbox bewähren, können sie mittels eines Transferleitfadens in andere Regionen überführt werden, um dort ebenfalls zur Prävention und Versorgung klimasensibler Gesundheitsrisiken beizutragen. Die konkrete Anpassung einer medizinischen Leitlinie zu „Hitzebedingten Gesundheitsstörungen in der hausärztlichen Praxis“ auf Basis des Projekts ist bereits geplant.

Konsortialpartner

AOK Bayern - Die Gesundheitskasse, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Gesundheitsnetz Qualität und Effizienz eG, Universitätsklinikum Heidelberg