AMSeC – Auffrischimpfung gegen Meningokokken der Serogruppe C: Abschätzung der Effekte auf Krankheitslast und Kosten im deutschen Gesundheitssystem

  • Themenfeld: Bedarfsgerechte Versorgung
  • Sitz des Antragstellers: Berlin
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Die Meningokokken-Infektion ist eine durch Bakterien verursachte Erkrankung, die durch Tröpfcheninfektion übertragen wird. In Deutschland kommen vorrangig die Gruppen B und C vor. Jährlich erkranken etwa 700 Menschen in Deutschland, am häufigsten Kinder und Jugendliche. Die Patienten leiden an Hirnhautentzündung oder Sepsis. Das Krankheitsspektrum reicht dabei von weitgehend symptomfreien Verläufen bis hin zu schweren septischen Verläufen, die innerhalb weniger Stunden zum Tod führen können. Bei 10 bis 20 Prozent der Patienten kommt es während der Erkrankung zu Komplikationen, die zu teils lebenslangen Einschränkungen führen können. Seit Juli 2006 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Impfung gegen Meningokokken C für alle Kinder im Alter von 12 bis 23 Monaten. Im Verlauf der Zeit kommt es allerdings zu einer Abnahme der Schutzwirkung. Außerdem ist derzeit ein Anstieg von Meningokokken-Erkrankungen vom Typ W und Y zu verzeichnen, gegen die der Meningokokken-C-Impfstoff keine Wirkung zeigt.

Das Projekt entwickelt und untersucht mit einem mathematischen Modell, ob eine Auffrischungsimpfung im Jugendalter mit einem Monoimpfstoff gegen Meningokokken Typ C oder einem Kombinationsimpfstoff gegen die Meningokokken Subtypen A, C, W und Y sinnvoll und kosteneffektiv ist. Das Modell soll auch die Lebensqualität der Patienten während und nach überstandener Erkrankung berücksichtigen. Dazu werden in einer Substudie Patientendaten verschiedener Altersstrukturen zur Lebensqualität mittels strukturierter Interviews erhoben. In dem Projekt werden dann verschiedene Impfstrategien miteinander verglichen und die Gesamtkosten der Impfungen, die resultierenden direkten Gesamtkosten einer Meningokokken Erkrankung und indirekte Kosten wie beispielsweise Produktivitätsausfall, Arbeitsunfähigkeitstage etc. bestimmt. Außerdem soll in dem Projekt die von der STIKO entwickelte Methodik zur Vorhersage von bevölkerungsrelevanten und gesundheitsökonomischen Effekten von Impfungen getestet werden. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 800.000 Euro gefördert.

Im Erfolgsfall unterstützen die Ergebnisse die STIKO in der Entscheidungsfindung, ob zusätzlich zu der zur Zeit empfohlenen einmaligen Monoimpfung gegen Meningokokken Typ C eine Auffrischungsimpfung im Jugendalter gegen den Subtyp C oder eine Mehrfachimpfung gegen die Subtypen A, C, W und Y eingeführt werden sollte. Hiermit wäre gegebenenfalls. die Aufnahme in die Schutzimpfungsrichtlinie des G-BA verbunden, wodurch sie Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenkassen würde.

Ansprechpartner

Dr. med. Ole Wichmann
Robert Koch-Institut
Fachgebiet Impfprävention
Seestraße 10
13353 Berlin
+49 30 187543468
wichmanno@rki.de