AMTS – Untersuchungen zur Arzneimitteltherapiesicherheit in der Schwangerschaft basierend auf Routinedaten in Deutschland

  • Themenfeld: Weiterentwicklung der Qualitätssicherung und/oder Patientensicherheit in der Versorgung
  • Sitz des Antragstellers: Bremen
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Auch Schwangere müssen mit Arzneimitteln versorgt werden, wenn unbehandelte Erkrankungen die werdende Mutter oder das ungeborene Kind gefährden können. Jedoch sind die möglichen Konsequenzen einer Arzneimitteleinnahme während der Schwangerschaft mit einer großen Unsicherheit verbunden. Dies ist besonders bei neueren Wirkstoffen der Fall, aber auch zu gängigen Arzneimitteln gibt es viele offene Fragen. Oft mangelt es an Studien, die das Risiko der Arzneimitteleinnahmein der Schwangerschaft beurteilen können.

Ziel des Projektes ist es, die Sicherheit der Arzneimitteltherapie während der Schwangerschaft basierend auf Versichertendaten zu untersuchen. Experten aus dem klinischen, epidemiologischen und statistischen Bereich arbeiten dazu in einem Forschungsverbund eng zusammen, um ihre Kompetenzen zu bündeln. Zunächst entwickelt der Verbund geeignete wissenschaftliche Methoden, um Versichertendaten für entsprechende Fragestellungen zu nutzen. Dabei geht es beispielsweise darum, den Schwangerschaftsbeginn, die Dauer der Einnahme von Arzneimitteln sowie das Vorliegen von Gesundheitsstörungen bei Neugeborenen anhand der Versichertendaten möglichst genau abschätzen zu können. In ersten Pilot-Auswertungen wird die Methodik anschließend für bestimmte Arzneistoffgruppen exemplarisch angewendet, auf Konsistenz und Plausibilität überprüft und bei Bedarf optimiert. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 1,1 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall können die Resultate dazu beitragen, Gesundheitsschäden bei Kindern zu vermeiden sowie – falls sich vermeintliche Risiken nicht bestätigen – das unnötige Absetzen notwendiger Medikamente zu verhindern. Auch aus gesundheitsökonomischer Sicht kommt der Minimierung von Risiken für Mutter und Kind eine große Bedeutung zu.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Ulrike Haug
Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS GmbH
Achterstr. 30
28359 Bremen
0049 421 218-56862
haug@leibniz-bips.de

Konsortialpartner

Wissenschaftliches Institut der Techniker Krankenkasse für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen (WINEG), Charité – Universitätsmedizin Berlin