AVENIR – Verbesserung der Versorgung von Sepsispatienten: Analyse von Versorgungspfaden, -erfahrungen und -bedarfen von Patienten mit und nach Sepsiserkrankung

Projektbeschreibung

Eine Sepsis ist die fehlgesteuerte Immunantwort des Körpers auf eine Infektion. Sie kann zum Multiorganversagen führen und lebensbedrohlich sein. Mit rund 49 Millionen Patientinnen und Patienten ist die Sepsis eine der häufigsten Erkrankungen weltweit; etwa elf Millionen der Betroffenen versterben. Auch bei ca. 52 Prozent der Menschen, die mit Covid-19 im Krankenhaus behandelt werden – also bei etwa jedem Zweiten –, liegt eine Sepsis vor. Aufgrund ihrer unspezifischen Symptome wird eine Sepsis häufig zu spät erkannt und behandelt, hinzu kommen physische, psychische und kognitive Folgeerkrankungen, wofür es an effektiven Versorgungsangeboten fehlt.

Das Projekt AVENIR hat sich zum Ziel gesetzt, die Sepsis-Versorgung in Deutschland anhand der Erforschung der Versorgungspfade und Erfahrungen von Betroffenen zu verbessern.

Dafür werden die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zunächst Routinedaten einer Krankenkasse auswerten und mit Daten der Rettungsdienste (sowohl bodengebundener Rettungsdienst als auch Luftrettung) verknüpfen. Des Weiteren werden sie qualitative Befragungen von Betroffenen und Versorgungsakteuren anhand von Einzel- und Gruppeninterviews durchführen. Mit Beteiligung von Betroffenen sollen anschließend Patienteninformationen zur besseren Aufklärung entwickelt werden. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 1,7 Millionen Euro gefördert.

Das Projekt trägt durch die Analyse der aktuellen Situation dazu bei, Defizite in der Versorgung von Sepsis-Patientinnen und -Patienten zu identifizieren und daraus konkrete Empfehlungen für die Organisation und Verbesserung der Versorgung abzuleiten. Im Erfolgsfall kann AVENIR den Grundstein für die Entwicklung interdisziplinärer und sektorübergreifender Strategien legen, die dazu beitragen, Todesfälle durch Sepsis zu vermeiden und erneute Krankenhauseinweisungen und Folgeerkrankungen bei Überlebenden zu reduzieren.

Konsortialpartner

AOK-Bundesverband GbR: Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO), Otto-von-Guericke Universität Magdeburg, Sepsis Stiftung