BENITA – Bewegungs- und Ernährungsintervention bei Ovarialkarzinom – Entwicklung eines Versorgungskonzepts und Evaluation in der klinischen Routine

Projektbeschreibung

Eierstockkrebs ist die zweithäufigste gynäkologische Krebserkrankung bei Frauen und mit der höchsten Sterblichkeit verbunden. Meist sind ältere Frauen betroffen, und wegen der unspezifischen Symptome wird die Erkrankung oft erst spät erkannt. Die Patientinnen leiden häufig unter den Folgen von Bauchfellmetastasen wie Wassereinlagerungen im Bauchraum und dem Befall des Verdauungstraktes. Charakteristische Nebenwirkungen von Krankheit und Therapie sind Muskelschwund und Mangelernährung. Werden diese nicht behandelt, können sie chronisch werden. Dies erhöht das Risiko weiterer Symptome wie Schmerz, Depression oder Fatigue. Die Aufrechterhaltung der körperlichen Fähigkeiten und die Verbesserung des Ernährungszustandes könnten den Überlebenden helfen, auch weiterhin ein selbstbestimmtes Leben mit hoher Qualität zu führen. Zudem könnten die Verträglichkeit der Therapie und die anschließende Erholung verbessert werden.

Wegen der besonderen Schwere der Erkrankung sowie dem hohen Durchschnittsalter der Betroffenen sind spezifisch zugeschnittene Bewegungs- und Ernährungsanleitungen besonders geeignet, Patientinnen beim Umgang mit der Erkrankung zu helfen.

Im Projekt BENITA soll ein Bewegungs- und Ernährungsprogramm entwickelt und getestet werden, das die Patientinnen bereits während der Behandlung beginnen und räumlich ungebunden auch nach abgeschlossener Therapie fortführen können. Zunächst wird ein entsprechendes Programm ausgearbeitet und dabei auch die Sichtweise der Patientinnen eingeholt. Danach wird das Programm an Patientinnen getestet, um dessen Wirksamkeit und Umsetzbarkeit im klinischen Alltag zu untersuchen. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 1,2 Millionen Euro gefördert.

Das Projekt leistet im Erfolgsfall einen Beitrag zur Verbesserung der medizinischen Versorgung, zur Verringerung der Beschwerden und zur Förderung der körperlichen Autonomie der Patientinnen. Die gewonnenen Erkenntnisse sind potenziell auch auf andere gynäkologische Krebserkrankungen übertragbar.

Konsortialpartner

Charité - Universitätsmedizin Berlin, Evangelische Kliniken Essen-Mitte gGmbH, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München, Universitätsklinikum Dresden, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Universitätsklinikum Tübingen