CKD-up – Update der S3-Leitlinie Nicht-dialysepflichtige chronische Nierenerkrankung (CKD) in der Hausarztpraxis

Projektbeschreibung

In Deutschland leiden 27 Prozent der Patientinnen und Patienten in Hausarztpraxen bzw. über 50 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner in Pflegeheimen an einer nicht-dialysepflichtigen chronischen Nierenkrankheit, abgekürzt CKD (chronic kidney disease). Da die neuesten Therapieansätze und Entwicklungen in der CKD-Versorgung in der 2019 veröffentlichten S3-Leitlinie noch nicht berücksichtigt sind, wird ein Viertel aller Betroffenen in der Hausarztpraxis nicht mit individuell angepassten Medikamenten behandelt. Bei einigen CKD-Patientinnen und -Patienten verschlechtert sich die Erkrankung bis hin zur Dialysepflicht. Dem will die neue S3-Leitlinie entgegenwirken.

Durch eine Dialyse wird nicht nur die Lebensqualität der Betroffenen gravierend eingeschränkt; vermeidbare Dialysen verursachen zudem hohe Kosten für das Gesundheitswesen. Auch wenn eine Dialyse nicht mehr vermeidbar ist, kann eine rechtzeitige Vorbereitung auf eine Nierenersatztherapie ein verbessertes Überleben fördern. Schätzungen zufolge sind 20 bis 40 Prozent der Notfalldialysen mit neuen vorbeugenden Therapien vermeidbar.

Ziel der neuen S3-Leitlinie ist es, risikoadaptierte Empfehlungen zu Früherkennung, Diagnose, Therapie, Überweisungen und Monitoring zu geben, um das Fortschreiten von CKD-Erkrankungen weiter zu verlangsamen und Komplikationen vorzubeugen.

Die Erarbeitung der Leitlinie erfolgt nach dem Regelwerk der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Dieses beschreibt den Gesamtablauf der Leitlinien-Entwicklung: von der Planung und Organisation über die eigentliche Entwicklung und Formulierung bis hin zur Implementierung, Evaluierung und Publikation bei der AWMF. Das Projekt wird für eineinhalb Jahre mit insgesamt ca. 203.000 Euro gefördert.

Im Erfolgsfall kann die neue Leitlinie die Zahl vermeidbarer Dialysen bei CKD-Patientinnen und -Patienten signifikant senken und zur Verbesserung der Versorgung sowie zur Reduzierung der Sterberaten chronisch Nierenkranker in der allgemeinärztlichen Praxis beitragen.