DAVOS – Depression im Altenpflegeheim: Verbesserung der Behandlung durch ein gestuftes kollaboratives Versorgungsmodell

  • Themenfeld: Themenoffen
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Depressionen sind nach der Demenz die zweithäufigste psychiatrische Erkrankung bei älteren und hochbetagten Menschen. Häufig treten sie bei älteren Menschen auf, die einen fortschreitenden Verlust ihrer körperlichen Fähigkeiten und zunehmende Einschränkungen in den Aktivitäten des täglichen Lebens miterleben. Demensprechend leiden fast doppelt so viele ältere Menschen in Pflegeheimen unter einer Depression als in der Allgemeinbevölkerung. Obwohl depressive Erkrankungen auch im höheren Lebensalter gut behandelbar sind, werden diese bei Pflegeheimbewohnern häufig nicht bemerkt und dementsprechend nicht behandelt.

Im Forschungsprojekt DAVOS wird ein innovatives Case Management-Programm in Altenpflegeeinrichtungen eingeführt, das die Therapie der Depression verbessern soll. Es wird zudem geprüft, ob das Programm auch unter Alltagsbedingungen wirksam ist. An der Untersuchung nehmen zehn Frankfurter stationäre Altenpflegeeinrichtungen mit einer Gesamtzahl von über 1.250 Pflegeplätzen teil.

Ein zentraler Bestandteil des Programms sind die „Depression Case Manager“. Es handelt sich hierbei um eine von der Heimleitung benannte und in dem jeweiligen Heim tätige Pflegefachkraft, die von einem Teil ihrer sonstigen Aufgaben in der Pflege freigestellt wird (10 h/Woche). Sie erfüllen folgende Aufgaben: (1) Kontaktperson für Studienteilnehmer, Studienpersonal, Haus- und ggf. Fachärzten und Psychotherapeuten, (2) Erfassung der individuellen Wünsche und Bedürfnisse der Studienteilnehmer, (3) Erstellung eines Behandlungsplans in Kooperation mit behandelnden Ärzten und der „psychotherapeutischen Sprechstunde“, (4) individuelle Koordination der Behandlungsmodule und (5) Monitoring der Behandlung und ggf. Initiierung einer Anpassung. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 1,4 Millionen Euro gefördert.

Die im Projekt untersuchte Intervention zeigt einen patientenorientierten Lösungsvorschlag für ein bekanntes Versorgungsdefizit auf. Im Erfolgsfall kann das Modell direkt in die Versorgungspraxis übertragen und damit für eine konkrete Verbesserung der Behandlung von depressiv erkrankten Altenheimbewohnern genutzt werden.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Johannes Pantel
Goethe-Universität, Institut für Allgemeinmedizin Arbeitsbereich Altersmedizin und Frankfurter Forum für Interdisziplinäre Alternsforschung (FFIA)
Theodor-Stern-Kai 7
60590 Frankfurt a. M.
0049 69 6301 6134
pantel@allgemeinmedizin.uni-frankfurt.de

Konsortialpartner

Frankfurt University of Applied Sciences (FRA UAS); Johannes Gutenberg-Universität Mainz