DELEIhLA – Delir-Leitlinienentwicklung fürs höhere Lebensalter. Erarbeitung eines Konzeptes zur Entwicklung einer transsektoral umsetzbaren, interdisziplinär-interprofessionellen Leitlinie zu Delir-Prävention, -Diagnostik und -Therapie beim alten Menschen

Projektbeschreibung

Jeder fünfte Mensch ab 70 Jahren, der im Krankenhaus behandelt, in Pflegeeinrichtungen oder im eigenen Zuhause betreut wird, erleidet ein Delir. In der medizinischen Fachsprache wird damit ein akuter Verwirrtheitszustand bezeichnet, der mit einem erhöhten Sterberisiko einhergeht sowie einem höheren Risiko, an einer Form von Demenz zu erkranken und dauerhafte Pflege zu benötigen. Häufig aber bleibt ein Delir aufgrund mangelnden Wissens unerkannt und wird nicht adäquat behandelt.

Im Projekt DELEIhLA soll eine S3-Leitlinie für Delirien entwickelt werden, die insbesondere in einem höheren Lebensalter auftreten. Um bei der Behandlung zu unterstützen, soll diese Leitlinie auf Grundlage der bestmöglichen verfügbaren Evidenz erstellt werden und den gesamten Versorgungsweg von Prävention über Diagnostik bis hin zur Therapie berücksichtigen. Dabei wird nicht zuletzt auf ein adäquates Medikamentenmanagement dieser hochvulnerablen Patientengruppe eingegangen.

Die Leitlinie wird unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie (DGGPP) und der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) erstellt und orientiert sich an den Vorgaben der Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftlicher Medizinischer Fachgesellschaften (AWMF). Zertifizierte Moderatoren der AWMF werden den Prozess begleiten. Seitens der DGGPP und DGG wird zunächst eine Steuerungsgruppe benannt, die aus verschiedenen Fachgesellschaften besteht. Eine Expertengruppe wird die Empfehlungsgrade der entwickelten Leitlinie beraten, die die Steuerungsgruppe aufgrund systematischer Evidenzrecherchen und Evidenzbewertungen erstellt hat; an ihr sind alle an der Versorgung der älteren Menschen beteiligten Fachgesellschaften und Verbände beteiligt. Das Projekt wird über zweieinhalb Jahre mit ca. 294.000 Euro gefördert.

Die Umsetzung der Leitlinie in der Praxis soll zu einer altersgerechten Versorgung der Patienten beitragen und helfen Delirien vorzubeugen sowie sie besser und schneller zu erkennen und zu behandeln.

Konsortialpartner

Christophsbad GmbH & Co. Fachkrankenhaus KG, Evangelisches Klinikum Bethel gGmbH, Universität Potsdam, Universitätsmedizin Göttingen