Digital SACCIA – Sichere, digital unterstützte Kommunikation in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe: Digital SACCIA

  • Themenfeld: Verbesserung der Patientensicherheit
  • Sitz des Antragstellers: Bremen
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Ein unerwünschtes Ereignis liegt vor, wenn ein Patient aufgrund einer Behandlung einen Schaden erleidet. Unerwünschte Ereignisse treten im klinischen Alltag immer wieder auf. Sie sind vermeidbar, wenn sie auf einen Fehler – bspw. eine falsche Behandlung – zurückzuführen sind. Häufig ist dabei eine unzureichende Kommunikation zwischen den Beteiligten die Ursache. In der Frauenheilkunde und Geburtshilfe bedeutet das: Bis zu 72 Prozent der frühkindlichen Todesfälle bzw. Behinderungen könnten vermieden werden, wenn alle Beteiligten besser miteinander kommunizieren würden. Insbesondere bei chronisch erkrankten Müttern kann eine unsichere Kommunikation zum Tod während oder nach der Geburt führen. Leidet beispielsweise die Mutter an einer Vorerkrankung und wird diese nicht frühzeitig den behandelnden Ärzten, Pflegefachkräften oder der Hebamme mitgeteilt, kann dies die Mutter gefährden.

Ziel des Projekts Digital SACCIA ist es, die Kommunikation zwischen allen Beteiligten zu verbessern und so die Patientensicherheit zu erhöhen. Dafür werden das klinische Personal sowie die werdende Mutter und ihre Begleitpersonen in persönlichen Trainings geschult. So sollen sie ihre Fähigkeit verbessern, sicher (quantitativ zureichend und qualitativ hochwertig) miteinander zu kommunizieren. Die Wissenschaftler entwickeln zudem eine App, die alle Beteiligten in ihrer Kommunikation miteinander und somit bei der Bewältigung von Schwierigkeiten im Klinikalltag unterstützt.

Im Erfolgsfall trägt das Projekt dazu bei, die Häufigkeit von vermeidbaren unerwünschten Ereignissen in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe zu verringern. Darüber hinaus kann eine SACCIA-sichere Kommunikation dazu beitragen, dass die Patienten mit ihrer Behandlung zufriedener sind.

Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 1,9 Mio. Euro gefördert. Die Ergebnisse des Projekts liefern erste Erkenntnisse zur Wirksamkeit der SACCIA-sicheren Kommunikation und bieten so eine Grundlage für weitere Wirksamkeitsnachweise in anderen Bereichen der Patientenversorgung.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Sonia Lippke
Jacobs University Bremen
Department of Psychology & Methods
Campus Ring 1
28759 Bremen
+49 421 2004730
s.lippke@jacobs-university.de

Konsortialpartner

Universitätsklinikum Frankfurt, Universitätsklinikum Ulm, Aktionsbündnis Patientensicherheit, Techniker Krankenkasse