DiTheQueL – Diagnostik und Therapie der akuten Querschnittlähmung

Projektbeschreibung

Jedes Jahr erleiden ca. 2.000 Menschen in Deutschland eine Querschnittlähmung, eine Schädigung des Rückenmarks beziehungsweise der darin befindlichen Nervenstränge infolge einer Verletzung oder einer Erkrankung. Meist sind damit irreversible funktionelle Einschränkungen und der Ausfall verschiedener Körperfunktionen verbunden. Für das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen ist dies ein schwerwiegender Einschnitt. Deshalb gilt es, die Ursachen einer Querschnittlähmung möglichst früh zu erkennen und zu behandeln, um das Ausmaß der funktionellen Einschränkungen so gering wie möglich zu halten und daraus folgende Komplikationen so gut wie möglich zu vermeiden.

Ziel des Projekts DiTheQueL ist die Erstellung einer S3-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der traumatischen und nicht-traumatischen Querschnittlähmung in der Akutphase, d. h. zum Zeitpunkt der stationären Klinikaufnahme bis 14 Tage nach Eintritt der Querschnittlähmung. Um Ärztinnen und Ärzte bei der Diagnosestellung und der Therapie zu unterstützen und Entscheidungs- und Handlungsoptionen aufzuzeigen, soll diese Leitlinie auf Grundlage der bestmöglichen verfügbaren Evidenz erstellt und in einem Expertengremium abgestimmt werden.

Die Erstellung der Leitlinie orientiert sich an den Vorgaben der Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftlicher Medizinischer Fachgesellschaften (AWMF). Zertifizierte Moderatoren der AWMF werden den Prozess begleiten. Zunächst werden Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Leitliniengruppen benannt und Schlüsselfragen formuliert. Ihre Empfehlungen werden in einem strukturierten Konsensprozess interdisziplinär und interprofessionell bewertet. Das Projekt wird für zwei Jahre mit insgesamt ca. 208.000 Euro gefördert.

Die Umsetzung der Leitlinie in die Praxis soll zu einer verbesserten, angemessenen Initialbehandlung von Menschen mit akut eingetretener Querschnittlähmung beitragen, um die daraus resultierenden Beeinträchtigungen der Betroffenen möglichst gering zu halten.

Konsortialpartner

Schweizer Paraplegiker-Forschung, Universität zu Köln