Diversity-On – Prävention und Gesundheitsförderung für pflegende Angehörige. Entwicklung und Evaluation eines diversitätssensiblen Online-Selbsthilfeangebots zur Stärkung des Selbstmanagements am Beispiel von Menschen mit türkischem Migrationshintergrund

Projektbeschreibung

Pflegende Angehörige sind eine tragende Säule im deutschen Gesundheitssystem: 70 Prozent der Pflegebedürftigen in Deutschland werden in ihrem eigenen Zuhause betreut, bei türkeistämmigen Menschen liegt dieser Anteil sogar noch höher. Insbesondere die Pflege von Menschen mit Demenz ist eine große Herausforderung. Betreuende Familienangehörige leiden dadurch häufig selbst an psychischen Belastungen, Rückenschmerzen oder Schlafstörungen. Klassische Formate der Selbsthilfe für pflegende Angehörige werden allerdings von bestimmten Bevölkerungsgruppen (z. B. Menschen mit Migrationshintergrund, Männern, jüngeren Menschen) nur selten in Anspruch genommen.

Hier setzt das Projekt Diversity-On an. Ziel der Forschenden ist es, ein passgenaues Online-Instrument zur Selbsthilfe zu entwickeln, dass diese Diversität berücksichtigt und sich speziell an pflegende Angehörige türkeistämmiger demenzerkrankter Menschen richtet. Ein solches Online-Selbsthilfeangebot ermöglicht die Vernetzung mit anderen Menschen, die sich in ähnlichen Pflegesituationen befinden. So werden pflegenden Angehörigen mögliche Wege zur Entlastung ihrer eigenen Situation aufgezeigt und sie können darin gestärkt werden, die mit der Pflege verbundenen Herausforderungen aus eigener Kraft besser zu meistern.

Dazu wird im Rahmen des Projekts ein Mixed-Methods-Ansatz verfolgt. Zum einen werten die Forschenden bestehende Interviews mit pflegenden Angehörigen demenzerkrankter türkeistämmiger Menschen aus und entwickeln darauf aufbauend und gemeinsam mit ihnen ein Online-Selbsthilfeangebot. In einem quantitativen Studienteil wird geprüft werden, wie dieses Angebot angenommen wird und ob es dazu beitragen kann, pflegende Angehörige zu entlasten. Es werden zwei Online-Selbsthilfegruppen pflegender Angehöriger verglichen. Eine Gruppe erhält das neue Online-Instrument, die Vergleichsgruppe führt die Online-Selbsthilfegruppe wie gewohnt durch. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 692.000 Euro gefördert.

Durch die Stärkung der Selbstmanagement-Kompetenzen sollen Belastungen und Erkrankungen (sowohl psychischer als auch physischer Natur) der pflegenden Angehörigen verringert werden.

Konsortialpartner

Demenz Support Stuttgart gGmbH, Private Universität Witten/Herdecke gGmbH