E=MC² – Entwicklung der intersektoralen, medizinischen Versorgung von Patienten mit „Chronic Critical illness“

Projektbeschreibung

In Deutschland werden jährlich ca. 18.000 Menschen aus dem Krankenhaus in eine außerklinische Beatmungssituation entlassen. Viele von ihnen leben in sogenannten Beatmungs-WGs, ambulanten Einrichtungen, in denen ausschließlich außerklinisch beatmete Menschen versorgt werden.

Viele dieser Menschen sind in ihrer Lebensqualität eingeschränkt: Sie sind von psychischen Erkrankungen wie Delirien, Depressionen, posttraumatischen Belastungsstörungen und Angststörungen betroffen. Zusammen mit kognitiven Einschränkungen wie Störungen des Kurzzeitgedächtnisses und körperlichen Einschränkungen wie verminderter Mobilität und Muskelkraft werden diese Symptome als Post-Intensive Care-Syndrome (PICS) bezeichnet. Zurzeit werden ambulant beatmete Patientinnen und Patienten nicht ausreichend auf PICS-Symptome untersucht und behandelt – vor allem, weil eine ausreichende Anbindung der ambulanten Einrichtungen an klinische Zentren fehlt, die über hohe Expertise in der Behandlung und Versorgung künstlich beatmeter Menschen verfügen.

Im Projekt E=MC² sollen ca. 72 dieser Patientinnen und Patienten über ein bereits etabliertes telemedizinisches Netzwerk an ein klinisches Intensivmedizinzentrum angeschlossen werden. Mittels eines Telemedizin-Roboters führen erfahrene Intensivmediziner tägliche Visiten durch, bei denen die Betroffenen zu ihrem aktuellen Gesundheitszustand befragt werden, den sogenannten Patient Reported Outcome Measures (PROMs). So soll die Behandlung stärker an den Bedürfnissen der Beatmeten ausgerichtet werden. Ein Vorher-Nachher-Vergleich soll ermitteln, wie stark die Behandlung vor und nach Einschluss in die Studie auf die Bedürfnisse der Probanden zugeschnitten war und wie sich ihre Lebensqualität und ihr Gesundheitszustand verändert haben. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 1,6 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall schließt die neue Behandlungsform eine Versorgungslücke bei ambulant beatmeten Menschen und kann eine patientenzentrierte, abgestimmte Behandlung ermöglichen.

Konsortialpartner

BARMER, Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V., Technische Universität Berlin