EMPAR – Einfluss metabolischer Profile auf die Arzneimitteltherapiesicherheit in der Routineversorgung

Projektbeschreibung

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAWs) beeinträchtigen nicht nur die Gesundheit der Patienten. Sie verursachen auch Kosten im Gesundheitssystem. So gelten 5 bis 10 Prozent aller Krankenhauseinweisungen als direkte Folge von UAWs. Betroffen sind insbesondere Patienten, die älter als 60 Jahre sind. Häufig leiden sie an mehreren Erkrankungen und nehmen verschiedene Medikamente parallel ein. Ihre Wirkung beeinflussen neben äußeren Faktoren, z.B. Medikationsfehlern, auch die genetisch bedingten Stoffwechsel-Profile der Patienten. Deshalb bestehen bei gleichen Arzneimittel-Dosierungen oft große individuelle Unterschiede in der in der Wirksamkeit und Sicherheit einer Therapie.

Das Projekt untersucht, ob verschiedene Stoffwechsel-Profile bei bestimmten Arzneimitteltherapien die Krankheitslast und die Inanspruchnahme von Versorgungsleistungen innerhalb der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) beeinflussen. Das Projekt geht zudem der Frage nach, ob das Wissen um die individuelle genetische Variabilität gezielte Empfehlungen zur Arzneimitteltherapie ermöglichen kann.

Hierzu werden für die Arzneimitteltherapie relevante genetische Daten mit Routinedaten der Techniker Krankenkasse verknüpft. Einbezogen werden Patienten ab einem Alter von 18 Jahren, die mindestens ein Arzneimittel einnehmen, von dem man weiß, dass pharmakogenetische Unterschiede eine hohe Variabilität seiner Wirkung verursachen. Das Projekt untersucht, inwieweit pharmakogenetische Faktoren die individuelle Wirksamkeit und Sicherheit der Arzneimitteltherapie beeinflussen. Es wird für vier Jahre mit insgesamt ca. 1,5 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall können die Projektergebnisse zur Weiterentwicklung der Versorgungs- und Informationsangebote in der GKV beitragen. Langfristiges Ziel ist es, Stoffwechsel-Profile im Versorgungsalltag zu testen. Individuelle Risikoprofile für UAWs oder Therapieresistenzen könnten dann die Qualität der Versorgung verbessern und zugleich ihre Wirtschaftlichkeit erhöhen.

Konsortialpartner

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Deutsches Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen, Techniker Krankenkasse