EvEnt-PCA – Evaluation einer patientenorientierten Online-Entscheidungshilfe bei nicht metastasiertem Prostatakarzinom

  • Themenfeld: Themenoffen
  • Sitz des Antragstellers: Sachsen
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Die häufigste Krebserkrankung von Männern in Deutschland ist der Prostatakrebs. Jeder vierte Krebspatient ist von dieser Erkrankung betroffen. Durch immer effizientere Früherkennungsmethoden steigt die Zahl der Neudiagnosen. Eine der größten Herausforderungen beim Prostatakrebs ist eine individuell angepasste Therapieentscheidung: Soll operiert, bestrahlt oder einfach abgewartet werden? Das Abwarten hat sich bewährt, um bei wenig aggressiven Erkrankungsformen ein Übermaß an Therapie zu vermeiden. Doch dieses Vorgehen wählen zurzeit noch zu wenige Patienten. Informations- und Entscheidungshilfen können ihr Wissen um die Erkrankung verbessern und so die Zahl unnötiger Behandlungen senken.

Die Entscheidungshilfe des Projekts EvEnt-PCA ist ein onlinebasiertes und personalisiertes Informationsangebot für Patienten mit nicht metastasiertem Prostatakarzinom. Es soll den Betroffenen helfen, bei der Wahl der Behandlung die für sie bestmögliche Entscheidung zu treffen.

Nach der Erstdiagnose bietet der betreuende Arzt die Studienteilnahme an. Hierbei werden jeweils 750 Patienten zufällig zur Nutzung dieser Entscheidungshilfe zugewiesen oder sie erhalten eine Patientenbroschüre. Erfasst werden dabei neben der Therapieentscheidung der Patienten auch deren klinische Daten, deren Lebensqualität, die Wahrnehmung von Entscheidungskonflikten und das mögliche Bedauern der Entscheidung. Auch die Sicht der Ärzte auf den Nutzen der Entscheidungshilfe wird erfasst. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 800.000 Euro gefördert.

Im Erfolgsfall verbessert die Entscheidungshilfe die Versorgungsqualität von Patienten mit Prostatakrebs, indem sie die Wahl der individuell besten Therapieoption fördert. Das Konzept kann auch als Vorlage für Entscheidungshilfen bei anderen Erkrankungen dienen.

Ansprechpartner

PD Dr. med. Dr. phil. Johannes Huber
Universitätsklinikum an der TU Dresden
Klinik und Poliklinik für Urologie
Fetscherstraße 74
01307 Dresden
0049 351 458 18954
johannes.huber@uniklinikum-dresden.de