Fieberleitlinie – AWMF S3-Leitlinie: Fiebermanagement bei Kindern und Jugendlichen

Projektbeschreibung

In der Europäischen Union führen Infektionen durch arzneimittelresistente Bakterien jährlich zu insgesamt 25.000 Todesfällen und verursachen Kosten in Höhe von 1,5 Milliarden Euro. Ein optimierter Einsatz von Antibiotika durch einheitliche Vorgaben zur Behandlung von Fieberzuständen könnte dazu beitragen, diese Zahl zu verringern. Eine gezielte Fieberedukation insbesondere junger Patientinnen und Patienten, ihrer Eltern sowie von Pflegekräften, Ärztinnen und Ärzten kann dies zusätzlich unterstützen. Aktuell existiert in Deutschland jedoch keine medizinische Leitlinie zum Fiebermanagement bei Kindern und Jugendlichen.

Ziel des Projekts ist die Entwicklung einer S3-Leitlinie, die Ärztinnen und Ärzten Entscheidungs- und Handlungsoptionen zum Fiebermanagement bei Kindern und Jugendlichen aufzeigt. Fragestellungen in Bezug auf die Diagnostik, die Therapiemöglichkeiten sowie psychosoziale Aspekte stehen dabei im Vordergrund. Eine solche Leitlinie soll die bestmögliche verfügbare Evidenz darstellen; im Rahmen des Projekts erfolgt deshalb zunächst eine systematische Suche nach bestehenden Leitlinien sowie eine systematische Recherche, Auswahl und Bewertung empirischer Befunde zu den relevanten Fragestellungen. Die Empfehlungen der Forschenden werden anschließend in einer repräsentativen Leitliniengruppe, bestehend aus Medizinern verschiedener Fachdisziplinen und Berufsgruppen sowie Patientenvertretern, abgestimmt. Dieser Abstimmungsprozess wird von der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. moderiert. Das Projekt wird für eineinhalb Jahre mit insgesamt ca. 198.000 Euro gefördert.

Im Erfolgsfall steht Ärztinnen und Ärzten, Pflegekräften und Eltern eine verlässliche Empfehlung zum Umgang mit fieberhaften Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen zur Verfügung. Ein solcher Leitfaden zu einem gesteuerten Fiebermanagement kann dazu beitragen, die Behandlung infektiöser, rheumatischer sowie onkologischer Krankheiten zu verbessern, den sachgerechten Einsatz von Medikamenten zu fördern und antimikrobielle Resistenzen einzudämmen.

Konsortialpartner

Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e. V.