Gut-Leben – Gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase (nach § 132g SGB V) im Pflegeheim: Bisherige Implementierung, Barrieren und Empfehlungen zur Weiterentwicklung

Projektbeschreibung

In Deutschland leben zurzeit ca. 800.000 Menschen in einem Pflegeheim. Die gesundheitliche Versorgung dieser Menschen insbesondere in ihrer letzten Lebensphase wurde bereits vor der Corona-Pandemie als problematisch eingeschätzt; einer Untersuchung der Universität von Oldenburg aus dem Jahr 2018 zufolge bewertete jede/jeder zweite befragte Hausärztin bzw. Hausarzt die Versorgung am Lebensende als schlecht. Diesem Defizit wollte der Gesetzgeber mit der Einführung des § 132g SGB V – Gesundheitliche Versorgungsplanung (GVP) für die letzte Lebensphase – begegnen, wodurch Pflegeheime entsprechende Beratungsleistungen anbieten und zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung abrechnen können. Ob die Gesetzesänderung inzwischen Auswirkungen auf die Versorgungspraxis hat, wurde bislang nicht untersucht.

Das Projekt Gut-Leben möchte deshalb ein umfassendes Bild zur bisherigen Umsetzung der 2018 gesetzlich geschaffenen Möglichkeiten zur GVP für die letzte Lebensphase im Setting Pflegeheim ermitteln sowie Vorschläge zur praxisnahen Weiterentwicklung erarbeiten.

Dazu befragen die Projektbeteiligten 600 Pflegeeinrichtungen nach Faktoren, die eine Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben erschweren bzw. unterstützen. Zusätzlich werden Charakteristika von 600 Beratungsgesprächen und 300 Versorgungspfaden am Lebensende ausgewertet und es wird überprüft, inwieweit die zur Abrechnung vorgeschriebenen Leistungsnachweise wissenschaftlich nutzbar sind. Weiterhin sollen Routinedaten von etwa 100.000 neu in ein Pflegeheim aufgenommenen Personen Aufschluss darüber geben, welche Merkmale für die künftige Versorgungsplanung relevant sein können. Die dabei und in Fokusgruppen, Einzelinterviews und Sitzungen eines Praxisbeirats gewonnenen Erkenntnisse werden in Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Versorgung einfließen. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 880.970 Euro gefördert.

Im Erfolgsfall trägt das Projekt dazu bei, Defizite zu erkennen und die gesundheitliche Versorgung von Menschen zu verbessern, die ihre letzte Lebensphase in einem Pflegeheim verbringen.

Konsortialpartner

Medizinische Hochschule Hannover