IMLEGI – Implementierung „Leitlinie evidenzbasierte Gesundheitsinformation“

Projektbeschreibung

Immer mehr Patientinnen und Patienten wollen an der Entscheidungsfindung beteiligt werden. Hierfür sind ausführliche und vor allem unabhängige Informationen, sogenannte evidenzbasierte Gesundheitsinformationen (EBGI), eine Grundvoraussetzung. Die Bereitstellung dieser wissenschaftsbasierten, laienverständlichen Informationen wird national als auch international gefordert und ist in Deutschland im Patientenrechtegesetz verankert. Die kürzlich erstellte „Leitlinie evidenzbasierte Gesundheitsinformation“ unterstützt dabei die Erstellung qualitativ hochwertiger und verständlicher Gesundheitsinformationen.

Das Projekt IMLEGI evaluiert diese Leitlinie. Gleichzeitig wird ein begleitendes Schulungsprogramm getestet. Beides richtet sich an Personen, die Gesundheitsinformationen erstellen. Diese werden in einer sogenannten randomisiert-kontrollierten Studie zufällig zwei Gruppen zugeteilt. Die Kontrollgruppe erhält keine Intervention, kann aber frei auf die Leitlinie zugreifen, die Interventionsgruppe erhält die Leitlinie mit dem Schulungsprogramm. Die Studienteilnehmer verfassen dann Gesundheitsinformationen zu einem frei gewählten Thema. Danach wird untersucht, inwieweit in beiden Gruppen die Leitlinienempfehlungen umgesetzt wurden. Durch Interviews mit allen am Erstellungsprozess Beteiligten sollen Erfahrungen, Einstellungen, Barrieren und fördernde Faktoren bei der Umsetzung der Leitlinie identifiziert werden. Das Projekt wird für zweieinhalb Jahre mit insgesamt ca. 300.000 Euro gefördert.

Nach Projektende stehen nicht nur die beispielhaft erstellten Gesundheitsinformationen, sondern vor allem auch – für die Erstellung anderer EBGI – die entwickelten Schulungsmaterialien kostenfrei zur Verfügung.