IRIS – IT-basiertes Rückfall Monitoring für Schizophrenie

Projektbeschreibung

Die Schizophrenie ist eine schwere psychische Erkrankung, die etwa ein Prozent der Weltbevölkerung betrifft. Sie verläuft meist chronisch. Auch medizinisch betreute Patientinnen und Patienten erleiden im Verlauf ihrer Erkrankung mehrere Rückfälle, die häufig mit einer Aufnahme ins Krankenhaus einhergehen. Für die Betroffenen und ihre Angehörigen ist die Erkrankung eine extreme Belastung, nicht zuletzt auch für das Gesundheitssystem. Rückfälle kündigen sich oft bereits Wochen zuvor durch subtile Veränderungen in der Wahrnehmung oder im Verhalten der Betroffenen an. Werden die Anzeichen rechtzeitig erkannt, kann gezielt gegengesteuert und ein Rückfall vermieden werden.

Das Projekt IRIS zielt darauf ab, erste Warnsymptome für einen Rückfall routinemäßig und IT-basiert zu erfassen und so die Rückfallprophylaxe zu verbessern. Im ersten Teil des Projekts wird eine neue App für Smartphones entwickelt, die Betroffene in ihrem heimischen Umfeld anwenden. Mit ihr sollen Rückfall-Hinweise digital erhoben und visualisiert werden; im Bedarfsfall gibt die App Warnungen an die behandelnden Ärztinnen und Ärzte und die Betroffenen aus. In einer wissenschaftlich fundierten Studie mit Schizophrenie-Patientinnen und -Patienten kontrollieren die Projektbeteiligten den Nutzen des verhaltensorientierten, digitalen Monitorings. Überprüft wird, ob die Behandlung mit dem IT-basierten Ansatz, bei dem die Betroffenen stärker einbezogen werden, Rückfällen entgegenwirkt und somit die Zahl der stationären Aufnahmen reduziert. Zudem wird erforscht, ob die vorgeschlagene Interventionsform kosteneffektiver ist und sich in die psychiatrische Routineversorgung übertragen lässt. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 997.000 Euro gefördert.

Im Erfolgsfall tragen die gewonnenen Erkenntnisse zur Entwicklung einer digitalen Lösung bei, die Betroffenen mit Schizophrenie, ihren Angehörigen und Behandelnden zur Verfügung gestellt werden könnte. Langfristig könnten dadurch die extremen Belastungen für Schizophrenie-Patientinnen und -Patienten, ihre Angehörigen sowie die Kosten für das Gesundheitssystem gemindert werden.

Konsortialpartner

Charité – Universitätsmedizin Berlin, Ludwig-Maximilians-Universität München, National Institute of Mental Health