ISO-ADE – Horizontale vs. vertikale Präventions-Strategien zum Stopp der Ausbreitung von Grampositiven multiresistenten Erregern in deutschen Krankenhäusern

  • Themenfeld: Behandlungsoptionen bei Resistenzen
  • Sitz des Antragstellers: Berlin
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Um die Übertragung von Infektionserregern und die Ausbreitung der ansteigenden Anzahl multiresistenter Erreger zu vermeiden, stehen gegenwärtig zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Erstens die Identifizierung von Personen, die einen bestimmten Erreger tragen und deren anschließende Isolierung – auch vertikale Strategie genannt. Und zweitens die Verbesserung der Händedesinfektion, die tägliche Behandlung aller Patienten mit Antiseptika sowie kontinuierliche Weiterbildungsmaßnahmen zum Umgang mit Antibiotika – auch horizontale Strategie genannt. Um eine Infektion mit multiresistenten Erregern (MRE) zu vermeiden, werden hauptsächlich die infizierten Personen identifiziert und isoliert. Allerdings gibt es keine schlüssigen Studien, die den Nutzen dieser vertikalen Strategie für MRE belegen.

Das Projekt prüft deshalb, ob die Ausbreitung von MRE im Krankenhaus durch horizontale Strategien effektiver und kostensparender für das Krankenhaus sowie die Versicherungsträger und vorteilhafter für die betroffenen Patientinnen und Patienten ist. Dafür werden Krankenhäuser ausgewählt, die deutschlandweit am Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System (KISS) teilnehmen. Das ist ein Qualitätssicherungssystem, das hygienebezogene Daten der Krankenhäuser systematisch erfasst. In den ausgewählten Krankenhäusern werden vertikale durch horizontale Maßnahmen ersetzt. Anschließend wird gemessen, wie viele Patientinnen und Patienten sich mit MRE infiziert haben. Diese Zahl wird verglichen mit den Krankenhäusern, die weiterhin die vertikale Strategie verfolgen. Zusätzlich wird eine gesundheitsökonomische Kostenvergleichsstudie aus der Perspektive der gesetzlichen Krankenversicherung und der Krankenhäuser durchgeführt.

Das Projekt wird für vier Jahre mit insgesamt ca. 2,2 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall kann die Arbeitsbelastung auf den Krankenhausstationen verringert und die Patientenversorgung verbessert werden.

Ansprechpartner

Prof. Dr. med. Petra Gastmeier
Charité-Universitätsmedizin Berlin
Institut für Hygiene und Umweltmedizin
Hindenburgdamm 27
12203 Berlin
+49 30 450577611
petra.gastmeier@charite.de

Konsortialpartner

Universitätsklinikum Köln, BARMER, DAK-Gesundheit, Techniker Krankenkasse