iWILL – Evaluation eines digitalen, interaktiven Informationstools zur Steigerung der Impfinzidenz von impfkritischen Personen am Beispiel der COVID-19-Impfung

Projektbeschreibung

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation wären weltweit jedes Jahr ca. 1,5 Millionen Todesfälle vermeidbar, ließen sich mehr Menschen impfen. Auch bei der COVID-19-Pandemie wird eine hohe Akzeptanz der Impfstoffe entscheidend zur Beherrschbarkeit und Beendigung der Pandemie beitragen. Fragebogenstudien zeigen jedoch, dass gegenwärtig ca. 30 bis 50 Prozent der Deutschen nicht bereit sind, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen. Dabei legen Studien nahe, dass Menschen mit impfskeptischer Haltung ein ausgeprägtes Informationsbedürfnis zu Nutzen und Schaden von Impfungen haben. Ein solches Bedürfnis erfordert jedoch einen deutlich erhöhten Beratungsaufwand aufseiten der Ärzteschaft und Informationen, die sich zügig an die permanent wandelnde wissenschaftliche Datenlage des pandemischen Geschehens anpassen lassen.

Digitale Technologien eröffnen hierzu die Möglichkeit und können Ratsuchenden leicht zugänglich gemacht werden. Die Konsortialführung des Projekts iWILL hat die onlinebasierte Simulation ExploreVac entwickelt, die am Beispiel COVID-19 den Einfluss einer Impfung auf das pandemische Geschehen sowie die potentiellen Impfnebenwirkungen interaktiv vermittelt. Dieses Tool zeigt Wirkung, wie eine aktuelle Pilotstudie mit impfzögerlichen und -kritischen Deutschen ergeben hat: Etwa 20 Prozent der Befragten gaben nach der Beschäftigung mit dem Tool an, eine COVID-19-Impfung nun doch in Erwägung zu ziehen.

In einer multizentrischen randomisiert-kontrollierten Follow-up-Studie soll nun untersucht werden, ob sich die Ergebnisse auch auf die reale Praxis übertragen lassen: Im Projekt iWILL werden dazu 1.018 impfkritische Menschen zufällig entweder dem Informationstool ExploreVac oder einem herkömmlichen Beratungsgespräch zugewiesen und zwei Monate später hinsichtlich ihrer tatsächlichen Impfentscheidung verglichen. Das Projekt wird für 14 Monate mit insgesamt ca. 433.000 Euro gefördert.

Im Erfolgsfall ist eine Übernahme des Informationstools in die Regelversorgung und eine Übertragung des Konzepts auf andere Impfszenarien geplant.

Konsortialpartner

Ludwig-Maximilians-Universität München, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz