KAbAPräv_sozial – Kleinräumige Analysen zur bedarfsgerechten Ausgestaltung von Präventionsleistungen in sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppen

Projektbeschreibung

Menschen in einer niedrigen sozialen Lage sind häufiger von chronischen Erkrankungen betroffen, können ihre Gesundheit schlechter einschätzen und leiden häufiger unter gesundheitsbedingten Einschränkungen im Alltag. Dies ist zu Teilen auf die unmittelbaren Wohn- und Lebensbedingungen zurückzuführen, eine wichtige Rolle spielen aber auch Unterschiede in den medizinischen Versorgungsstrukturen vor Ort.

Das Projektteam von KAbAPräv_sozial möchte im Detail darstellen und analysieren, welche Unterschiede insbesondere im Kontext kleinräumig differenzierter Inanspruchnahme von Leistungen der Gesundheitsvorsorge und Früherkennung bzw. von kassenindividuellen Satzungsleistungen in sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppen in Hamburg bestehen. Ein Augenmerk liegt neben der allgemeinen Analyse auf Vorsorgeleistungen für ausgewählte Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus, Krebs Muskel-Skelett-Erkrankungen, psychischen Erkrankungen und Zahnerkrankungen.

Zur Darstellung der Versorgungssituation und der Inanspruchnahme werden Abrechnungsdaten von ca. 80 Prozent der gesetzlich Versicherten in Hamburg analysiert; die Daten stammen von den beteiligten gesetzlichen Krankenversicherungen. Neben der Routinedatenanalyse erfolgen standardisierte Befragungen von Versicherten der beteiligten Kassen aus nach Soziallage niedrig bzw. sehr niedrig ausgewählten kleinräumigen Gebieten/Quartieren. Diese quantitativen Analysen werden ergänzt um eine qualitative Untersuchung der Versorgungssituation in den ausgewählten Quartieren. Zu diesem Zweck erfassen und diskutieren wissenschaftliche Mitarbeitende im Tandem mit Bewohnerinnen und Bewohnern sowohl mit einschlägigen Anbietenden und Nachfragenden sowie Quartiersakteuren die Versorgungsstrukturen vor Ort. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 1,4 Millionen Euro gefördert.

Bei erfolgreichem Abschluss kann das Projekt dazu beitragen, Ungleichheiten bei der gesundheitlichen Situation und der medizinischen Versorgung zu mindern, die aufgrund von Unterschieden in den medizinischen Versorgungsstrukturen nach Soziallage niedrigen Gebieten entstanden sind. Dies gelingt, indem solche Angebote der Gesundheitsförderung und Prävention konzipiert, kommuniziert, angeboten und durchgeführt werden, die spezifischer und damit besser auf die besonderen Bedarfe von Menschen in einer niedrigen sozialen Lage ausgerichtet sind.

Konsortialpartner

AOK Rheinland/Hamburg - Die Gesundheitskasse, DAK-Gesundheit, HafenCity Universität Hamburg, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Techniker Krankenkasse