KOMKEK – Entwicklung eines Trainings für Behandler von Krebspatienten zur Stärkung der Kompetenz im Umgang mit krebskranken Eltern minderjähriger Kinder

  • Themenfeld: Themenoffen
  • Sitz des Antragstellers: Hamburg
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Erkrankt ein Elternteil an Krebs, ist das für die gesamte Familie eine belastende Situation. Fast jeder fünfte Krebserkrankte hat minderjährige Kinder. Ängste und Sorgen umeinander und die Abhängigkeit voneinander können unmittelbare Relevanz für die Therapie haben, da das Thema Elternschaft auch Patientenentscheidungen bezüglich der Medikation und des Behandlungswunsches beeinflussen kann. Nur ein Bruchteil betroffener Eltern äußert von sich aus den Wunsch nach psychosozialer Unterstützung für sich als Elternteil oder für die Kinder. Gleichzeitig beginnen auch Ärzte und medizinisches Personal Gespräche über emotionale Themen selten von sich aus. Psychoonkologische Interventionen sollen und können aber in der Regel nur für hochbelastete Patientinnen und Patienten von Spezialisten durchgeführt werden, daher ist eine Basisqualifizierung aller an der Behandlung beteiligten Berufsgruppen auch für psychosoziale Themen erforderlich.

Das Projekt KOMKEK zielt auf die Verbesserung der Versorgung durch die Sensibilisierung behandelnder Personen ab. Durch ein Präsenztraining, bei dem die Teilnehmenden anwesend sind und eine Online-Schulung, die ortsunabhängig erfolgen kann, soll medizinisches und psychosoziales Personal in seinen fachlichen Kompetenzen gestärkt werden. In der ersten Projektphase werden zunächst das Präsenztraining und die Onlineschulung entwickelt, basierend auf einer Literaturübersicht und qualitativen Interviews mit Behandlern, betroffenen Eltern und klinischen Experten im Thema Kinder krebskranker Eltern. In der zweiten Projektphase wird getestet, ob sich die im Präsenztraining oder online geschulten Behandler hinsichtlich ihrer Kompetenz in eltern-/ kindbezogenen Themen unterscheiden von solchen, die keine Schulung erhalten haben. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 350.000 Euro gefördert.

Nach Abschluss liegen ein Trainingsprogramm sowie eine Onlineschulung vor, die zukünftig kontinuierlich und flächendeckend angeboten werden könnten.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Corinna Bergelt
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Institut für Medizinische Psychologie
Martinistraße 52, W26
20246 Hamburg
0049 40 7410 54939
bergelt@uke.de