LeiSE – Neuentwicklung der S3-Leitlinie „Schilddrüsenknoten bei Erwachsenen. Empfehlungen zu Prävention, Diagnostik und Therapie in der hausärztlichen Versorgung

Projektbeschreibung

Etwa die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland weist mindestens einen Schilddrüsenknoten (SDK) auf. SDK sind überwiegend harmlos und müssen nicht behandelt werden. Die wenigen gefährlichen Verläufe zu erkennen, ist für Hausärztinnen und Hausärzte eine Herausforderung. Sie müssen wissen, wann ein SDK behandlungsbedürftig sein könnte. Auch muss eine eventuell erforderliche Weiterversorgung durch andere Fachbereiche gut abgestimmt sein. Eine entsprechende Leitlinie existiert hierfür jedoch nicht.

Ziel des Projekts ist die Entwicklung einer neuen S3-Leitlinie zur Prävention, Diagnostik und Therapie von SDK, die vor allem die hausärztliche Versorgung unterstützen soll.

Hierfür stimmen sich die Projektbeteiligten zunächst über die klinisch relevanten Schlüsselfragen der Leitlinie ab. In mehreren Arbeitsgruppen erfolgen dann systematische Evidenzrecherche und -bewertung zu den gemeinsam identifizierten Schlüsselfragen. Hierauf aufbauend werden Empfehlungen formuliert, eine erste Langversion der Leitlinie entworfen und nach Prüfung der hausärztlichen Anwendbarkeit mit allen beteiligten Fachgesellschaften über die Empfehlungen abgestimmt. Daraus entsteht eine Kurzversion der Leitlinie sowie eine Patientenleitlinie, die dann in 20 Hausarztpraxen erprobt und bei Bedarf ein letztes Mal angepasst werden. Der gesamte Prozess wird durch die Leitlinienentwicklungsstelle der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) begleitet. Zudem werden Patientenvertretungen eingebunden, um die Perspektive der Betroffenen zu berücksichtigen. Das Projekt wird für zweieinhalb Jahre mit insgesamt ca. 315.000 Euro gefördert.

Die neue S3-Leitlinie wird evidenzbasierte Empfehlungen für die hausärztliche Erstversorgung von SDK aussprechen. Sie wird zudem Schnittstellen zur Weiterbehandlung in anderen Fachbereichen aufzeigen. Hausärztinnen und Hausärzte könnten damit für einen überlegten Einsatz medizinischer Maßnahmen sensibilisiert werden und so Unter-, Fehl- oder Überversorgung vermeiden.

Konsortialpartner

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e. V., Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Universitätsklinikum Würzburg