LTCSurv – Concerted Action on Long-Term Care Health Surveillance (Etablierung eines Surveillance-Systems auf Basis von Sekundärdaten zur Verbesserung der ärztlichen Versorgung im Pflegeheim)

Projektbeschreibung

Im Jahr 2019 wurden in Deutschland fast 820.000 pflegebedürftige Menschen in 15.400 stationären Pflegeeinrichtungen versorgt. Während der COVID-19-Pandemie wurde vor allem die Vulnerabilität der älteren Pflegeheimbewohnerinnen und Pflegeheimbewohner besonders deutlich. Zudem führten erlassene Zugangs- und Kontaktbeschränkungen möglicherweise zu Versorgungsbrüchen.

Um künftig Versorgungsdefiziten vorzubeugen, soll im Projekt LTCSurv ein Surveillance-System entwickelt und getestet werden, das kontinuierliche Aussagen zur gesundheitlichen Lage und der Versorgungssituation von Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen erlaubt. Dazu bedarf es der multiprofessionellen Zusammenarbeit zwischen Pflegeforschung, hausärztlicher Versorgungsforschung und dem öffentlichen Gesundheitsschutz.

Mit Hilfe ambulanter Abrechnungsdaten werden die Projektbeteiligten zentrale Versorgungs- und Gesundheitsindikatoren im Zeitverlauf und im Kontext der COVID-19-Pandemie untersuchen. Vertragsärztliche Abrechnungsdaten werden mit Daten stationärer Pflegeeinrichtungen verknüpft und mit Daten der Kranken- und Pflegeversicherung verglichen, um deren Gültigkeit zu überprüfen. Schließlich sollen die Daten in ein Surveillance-System überführt und dieses beispielhaft erprobt werden. Dabei erfolgt ein Vergleich von Morbiditäts- und Versorgungsmuster während der COVID-19-Pandemie und in den Vorjahren, um eventuelle Folgen aus den Versorgungsunterschieden abzubilden. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 1,5 Millionen Euro gefördert.

Das Ziel des Projekts und des Surveillance-Systems ist es, die Qualität der gesundheitlichen Versorgung in deutschen Pflegeheimen zu verbessern und auch in Krisenzeiten des Gesundheitssystems bestmöglich abzusichern. Das Surveillance-System könnte politischen Entscheidungsträgern als neue und wesentliche Entscheidungsgrundlage dienen, um begründet richtungsweisende Maßnahmen zur besseren Versorgung vulnerabler Risikogruppen zu steuern.

Konsortialpartner

Robert Koch-Institut, Universität Bremen, Universität zu Köln, Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland