MAU-PD – Multidimensionale Analyse der Ursachen für die niedrige Prävalenz der ambulanten Peritonealdialyse in Deutschland

  • Themenfeld: Verbesserung der Bedarfsgerechtigkeit und/oder Wirtschaftlichkeit der GKV-Versorgung
  • Sitz des Antragstellers: Nordrhein-Westfalen
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Wenn die menschlichen Nieren versagen, müssen ihre Funktionen, will man das Leben der Patienten erhalten, ersetzt werden. Die Verfahren dazu sind entweder die Nierentransplantation oder die Dialyse. In Deutschland werden jährlich etwa 13.000 Patienten neu in ein chronisches Dialyseprogramm aufgenommen, und müssen häufig über Jahre hinweg behandelt werden. Zwei Dialyseverfahren stehen zur Verfügung: die Hämodialyse (HD) und die Peritonealdialyse (PD). Während die HD üblicherweise in Dialysezentren durchgeführt werden muss, kann die PD meist zuhause von den Patienten selbst angewendet werden. Obwohl die PD den Patienten ein zeitlich selbstbestimmteres Leben und oft mehr Lebensqualität ermöglicht, erhält nur ein geringer Teil der Patienten diese Dialyseform.

In diesem Projekt soll untersucht werden, welche Faktoren die Entscheidung für oder gegen die PD beeinflussen. Krankenkassen- und Registerdaten werden ausgewertet, um regionale Versorgungsunterschiede zu finden. In Interviews und anhand von Befragungen der Betroffenen und der Akteure (Patienten, Ärzte, und Pflegekräfte) sollen versorgungsrelevante Einflussfaktoren identifiziert werden. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 847.000 Euro gefördert.

Im Erfolgsfall können im Rahmen dieses Projektes die Ursachen für die niedrige PD-Rate identifiziert werden, um diese dann in Folge anzugehen. Ziel ist es, den Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen zu ermöglichen, die für sie am besten geeignete Behandlungsform auszuwählen. Auf Basis der Ergebnisse sollen Handlungsempfehlungen und Entscheidungshilfen für Ärzte und Patienten erstellt werden.

Ansprechpartner

Dr. Nadine Scholten
Universität zu Köln – Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR)
Eupenerstraße 129
50933 Köln
0049 221 47897156
nadine.scholten@uk-koeln.de

Konsortialpartner

Universitätsklinikum Köln, Universität Köln