MEKIH – Analyse von Medikationsfehlern bei Kindern und Jugendlichen und Erstellung von Handlungsempfehlungen

Projektbeschreibung

Medikationsfehler, wie eine falsche Verordnung, Abgabe, Verabreichung oder Einnahme eines Medikamentes, können zu unerwünschtem Arzneimittelwirkungen (UAW) und gesundheitlichen Schäden bei Patientinnen und Patienten führen. UAW gelten als zweithäufigste Ursache von Komplikationen bei einem Krankenhausaufenthalt und verursachen im deutschen Gesundheitssystem mehr als 600 Millionen Euro zusätzliche Kosten. Unter den stationär behandelten Kindern und Jugendlichen sind jährlich etwa drei bis fünf Prozent von Komplikationen betroffen, 22,1 Prozent davon beruhen vermutlich auf einem Medikationsfehler. Angesichts dieser Situation bedarf es einer genauen Ursachenforschung, um vermeidbare gesundheitliche Schäden der Betroffenen zu verhindern sowie die damit verbundenen gesundheitsökonomischen Kosten zu senken.

Das Projekt MEKIH widmet sich daher Fehlern bei der Medikation von Kindern und Jugendlichen, die zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen führen. Das Forschungsteam analysiert zu diesem Zweck Krankenhausaufenthalte durch Medikationsfehler, die im Rahmen des ebenfalls vom Gemeinsamen Bundesausschuss geförderten Projekts KiDSafe erhoben wurden. Zudem erfasst das Team Spontanberichte über Medikamentenfehler mit unerwünschten Nebenwirkungen aus der EudraVigilance-Datenbank der europäischen Arzneimittelagentur sowie aus der Fallsammlung potenzieller Medikamentenfehler des Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Am Ende verknüpfen die Projektpartner die unterschiedlichen Daten, um Risikokonstellationen zu erkennen und daraus Maßnahmen zur Vermeidung zu entwickeln. Dabei wird auch die Perspektive der Patientinnen und Patienten durch Einbindung von Patientenorganisationen berücksichtigt. Informationen und Empfehlungen, die über Webplattformen und Webinare öffentlich zugänglich gemacht werden, sollen die Wirkung der Maßnahmen unterstützen. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 450.000 Euro gefördert.

Die entstehenden Handlungsempfehlungen, so das Ziel des Projekts, sollen zu einer Reduktion der UAW-Fälle sowie langfristig zu einer größeren Sicherheit bei der Arzneimitteltherapie führen.

Konsortialpartner

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)