MRETher – Antibiotikatherapie schwerer Infektionen mit multiresistenten Bakterien

Projektbeschreibung

Infektionen mit Keimen, die gegen Antibiotika resistent sind, werden immer häufiger, zuletzt befördert durch die SARS-CoV-2-Pandemie. Besonders problematisch sind multiresistente Erreger, also Keime, die gegen mehrere, häufig eingesetzte Antibiotika resistent sind. Inzwischen wurden zur Bekämpfung solcher multiresistenten Erreger einige neue Antibiotika entwickelt, die in Deutschland bisher jedoch wenig Anwendung finden. Das liegt daran, dass das Anwendungsgebiet dieser Wirkstoffe eher an die in den USA vorherrschenden Keime angepasst ist.

Im Rahmen des Projekts soll die erste evidenz- und konsensbasierte Leitlinie zur Therapie von schweren Infektionen mit multiresistenten Bakterien erstellt werden. Sie soll Ärztinnen und Ärzte bei der Behandlung unterstützen, unwirksame Therapien verhindern und die Therapiesicherheit steigern.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden eine systematische Literaturrecherche nach einem vorab definierten, klinisch relevanten Schema durchführen. Der Fokus liegt auf Substanzen, die speziell zur Bekämpfung multiresistenter Bakterien entwickelt wurden. Ein interdisziplinär besetztes Team von Expertinnen und Experten wird die empirischen Befunde im Konsensverfahren bewerten, damit sie als abgestimmte Empfehlungen in die neue Leitlinie einfließen können. Diese wird dann durch die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) veröffentlicht. Das Projekt wird für zweieinhalb Jahre mit insgesamt ca. 232.000 Euro gefördert.

Im Erfolgsfall trägt das Projekt dazu bei, die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Infektionen verursacht durch multiresistente Keime zu verbessern. Die Dauer von Krankenhausaufenthalten und mögliche Komplikationen bei der Behandlung könnten verringert, ein falscher Einsatz und Verbrauch von Antibiotika insgesamt gesenkt werden. Durch eine effizientere Antibiotikatherapie könnten zudem Kostenersparnisse erreicht werden.