MVP-STAT – Bedarfsgerechtigkeit der medizinischen Versorgung Pflegebedürftiger in stationären Einrichtungen

  • Themenfeld: Verbesserung der Bedarfsgerechtigkeit und/oder Wirtschaftlichkeit der GKV-Versorgung
  • Sitz des Antragstellers: Bremen
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Gegenwärtig leben in Deutschland mehr als 2,6 Millionen pflegebedürftige Menschen. Etwa ein Drittel von ihnen lebt in stationären Einrichtungen, z.B. in Pflegeheimen. Eine bedarfsgerechte haus- und fachärztliche Versorgung ist für diese Menschen schwer zu ermitteln und sicherzustellen. Zum einen können pflegebedürftige Menschen häufig nicht oder nur mit hohem Aufwand einen Arzt aufsuchen. Sie sind daher auf Hausbesuche eines Arztes angewiesen. Zum anderen können manche ihre Bedürfnisse und Beschwerden nur eingeschränkt mitteilen. Eine gute medizinische Versorgung ist jedoch wichtig für den Erhalt und für die Förderung ihrer Gesundheit und ihrer Lebensqualität. Die bedarfsgerechte Versorgung ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass ältere Menschen trotz chronischer Erkrankungen am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.

Die Studie verknüpft Befragungen und Datenerhebungen in Pflegeheimen mit Analysen von Krankenkassendaten für dieselben Heimbewohner. Diese Verknüpfung wird erstmals ein umfassendes Bild der möglichen Über-, Unter- und Fehlversorgung pflegebedürftiger Heimbewohner mit medizinischen Leistungen offenbaren. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 850.000 Euro gefördert

Durch diese Ergebnisse, aber auch durch Fallrekonstruktionen und Experteninterviews in den Einrichtungen können die Ursachen nichtbedarfsgerechter Versorgung ermittelt werden. Darauf aufbauend sollen mit allen Beteiligten wie beispielsweise Patienten, Angehörigen und Ärzten Verbesserungsstrategien erarbeitet werden.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Heinz Rothgang
Universität Bremen, SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
0049 421 21858557
rothgang@uni-bremen.de

Konsortialpartner

Universität Bremen, Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO)