NODE – Patientennavigation in der deutschen Notfallversorgung

Projektbeschreibung

Notaufnahmen werden vermehrt von Patientinnen und Patienten ohne dringlichen Beratungsanlass aufgesucht. Entsprechend einer 2021 veröffentlichten Untersuchung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland könnten mutmaßlich mehr als die Hälfte dieser Personen auch ambulant von Vertragsärztinnen und Vertragsärzten in der Primärversorgung behandelt werden. Das so viele Menschen dennoch eine Notaufnahme aufsuchen, führt zu deren Überlastung und somit ist auch die Versorgung dringlicherer Patientinnen und Patienten gefährdet; es bedarf also dringend evidenzbasierter Konzepte zur Steuerung von Notfallpatientinnen und Notfallpatienten in die angemessene Versorgungsstruktur.

Hier setzt das Projekt NODE an, das vor allem die Kooperation und Vernetzung von Notaufnahmen und kassenärztlicher Versorgung untersucht, um auch zukünftig eine sichere und kosteneffektive Versorgung von Patientinnen und Patienten sicherstellen zu können und die Belastung der Notaufnahmen zu verringern.

Um dieses Ziel zu erreichen, verfolgen die Forschenden zwei Ansätze: zum einen nehmen sie eine systematische Untersuchung international verwendeter Kooperations- und Patientensteuerungsmodelle zwischen Notaufnahmen und ambulanter Versorgung vor, zum anderen analysieren sie die tatsächliche Versorgung in der Modellregion Berlin. Hierbei werden zunächst bereits durchgeführte wissenschaftliche Studien zusammengeführt und miteinander verglichen. Anhand der Ergebnisse werden Patientinnen und Patienten sowie Fachkräfte aus der Gesundheitsversorgung in offenen Gesprächsrunden zu ihrer Bewertung der verschiedenen Modelle und deren Verbesserungspotenzial befragt. Weiterhin werden die Patientenströme verschiedener Kooperationsmodelle im Rahmen einer quantitativen Studie untersucht, sowie eine repräsentative Anzahl von Patientinnen und Patienten befragt. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 973.000 Euro gefördert.

Im Erfolgsfall können aus der Studie gemeinsam mit Expertinnen und Experten entwickelte Handlungsempfehlungen für die Praxis abgeleitet werden.