OPTIMISE – Validierung und Optimierung der Nutzbarkeit von Routinedaten zur Qualitätsverbesserung des Sepsis-Managements im Krankenhaus

  • Themenfeld: Themenoffen
  • Sitz des Antragstellers: Thüringen
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Sepsis - häufig auch als Blutvergiftung bezeichnet – ist die schwerste Komplikation von Infektionserkrankungen, die zum lebensbedrohlichen Versagen mehrerer Organsysteme führen kann. In Deutschland sterben im Jahr etwa 70.000 Menschen an einer Sepsis, damit ist sie eine der häufigsten Todesursachen. Jährlich steigt die Zahl der Menschen, die an einer Sepsis erkranken. Im internationalen Vergleich liegt die sepsisbedingte Sterblichkeit in Deutschland deutlich höher als in anderen Industrieländern. Qualitätsinitiativen zur Verbesserung der Vorbeugung und Früherkennung sind deshalb notwendig. Diese basieren zunehmend auf Routinedaten. Allerdings ist die Qualität der Kodierung von Sepsis und die Abbildung der Risikofaktoren für die Sepsissterblichkeit in Routinedaten bisher unzureichend geklärt. Daten einer Vorstudie deuten darauf hin, dass Sepsis häufig nur unzureichend kodiert wird, was die Nutzbarkeit von Routinedaten für Qualitätssicherungsmaßnahmen einschränken könnte.

Im Projekt OPTIMISE soll ermittelt werden, wie gut die Sepsis und Risikofaktoren für eine Sepsis in den Abrechnungsdaten von Krankenhäusern abgebildet werden. Ursachen für eine unzureichende  Dokumentation sollen ermittelt werden.

Die Patientenakten von circa 10.000 Patienten aus zehn Kliniken werden von erfahrenen Experten gesichtet, bewertet und mit den Abrechnungsdaten verglichen. Die Ergebnisse werden gemeinsam mit Experten diskutiert. Daraus werden Empfehlungen abgeleitet, wie die Sepsis besser anhand der Abrechnungsdaten identifiziert werden kann. So soll erreicht werden, dass die aus Routinedaten abgeleitete, risikoadaptierte Krankenhaussterblichkeit als Qualitätsindikator für Projekte zur Qualitätsverbesserung des Sepsis-Managements im Krankenhaus nutzbar wird. Das Projekt wird für zwei Jahre mit insgesamt ca. 700.000 Euro gefördert.

Mit den Ergebnissen von OPTIMISE kann die tatsächliche Krankheitslast durch Sepsis treffender in den Routinedaten abgebildet werden. So kann OPTIMISE dazu beitragen, dass Sepsis ein verbindlicher Qualitätsindikator wird und so die Forderungen von Fachgesellschaften, Patientenvertretern und der WHO erfüllt werden. Diese Qualitätsinitiative schafft eine Grundlage, um die Sterblichkeit und die Kosten krankenhausbehandelter Sepsis zu verringern.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Konrad Reinhart
Universitätsklinikum Jena
Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin
Am Klinikum 1
07747 Jena
0049 3641 9323192
konrad.reinhart@med.uni-jena.de

Konsortialpartner

Universitätsklinikum Magdeburg; Justus-Liebig-Universität Gießen; Universitätsmedizin Greifswald; Klinikum rechts der Isar der TU München; Vivantes – Netzwerk für Gesundheit GmbH; Klinikum Lippe GmbH; Klinikum Augsburg; Helios Klinikum Erfurt GmbH