OPTIVERO – Optimierung der Versorgung bei schädlichem Gebrauch oder Abhängigkeit von illegalen Opioiden

Projektbeschreibung

Schätzungen zufolge – und bei hoher Dunkelziffer – konsumieren mehr als 200.000 Menschen in Deutschland illegale Opioide. Mit beträchtlichen Folgen, denn häufig gehen mit dem Konsum psychische Begleiterkrankungen und somatische Erkrankungen einher. Im Alltag der Patientinnen und Patienten führt der Konsum zu massiven Beeinträchtigungen; sie können oft nur schwer einen Beruf ausüben, ein geregeltes Familienleben führen und an der Gesellschaft teilhaben. Auch Kriminalität ist häufig ein Problem. Trotz eines komplexen Hilfebedarfs gibt es jedoch keine deutschsprachige Behandlungsleitlinie.

Ziel des Projekts ist deshalb die Erstellung einer S3-Leitlinie, die dazu beitragen kann, die Versorgung dieser Patientengruppe durch Empfehlungen zu Diagnostik, Therapie und Nachsorge bei opioidbezogenen Störungen zu verbessern. Auch die interdisziplinäre Kooperation in der Versorgung soll gestärkt werden. Für die Leitlinie werden einheitliche Empfehlungen zur Behandlungsplanung, Akut- und Postakutbehandlung sowie zur Rehabilitation und Nachsorge erarbeitet. Insbesondere werden Gruppen mit speziellen Bedarfen (z. B. Schwangere, Eltern, ältere Patientinnen und Patienten) in den Blick genommen und besondere Versorgungsaspekte wie etwa der Maßregelvollzug berücksichtigt.

Die S3-Leitlinie wird nach dem aktuellen Regelwerk der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen und Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) entwickelt. Zudem werden Qualitätsindikatoren erarbeitet, die eine Evaluation aktueller Versorgungsangebote ermöglichen. Relevante Fachgesellschaften, Verbände und Organisationen mit Bezug zur Zielgruppe werden an einer strukturieren Konsensfindung beteiligt. Das Projekt wird für zweieinhalb Jahre mit insgesamt ca. 298.000 Euro gefördert.

Die Leitlinie wird wissenschaftliche Empfehlungen zu einem breiten Spektrum von Aspekten der medizinischen Versorgung von Opioid-Konsumentinnen und -Konsumenten vorlegen. Dies wird Unsicherheiten im klinischen Alltag abbauen und zur Verbesserung der Versorgungsqualität beitragen.