OrkA – Orofaciopharyngeale und sprachlich-kommunikative Aktivierung im Alter

Projektbeschreibung

Wer die Fähigkeit zum Sprechen und Essen verliert, ist auch in seiner sozialen Teilhabe und damit der Lebensqualität eingeschränkt. Bedingt durch muskuläre und kognitive Abbauprozesse sind alte Menschen hiervon besonders betroffen. Beobachtungen in Altenpflegeheimen haben zudem ergeben, dass mehr als jeder zweite der dort lebenden Menschen bereits an Schluckstörungen leidet und sich viele Bewohnerinnen und Bewohner aus verbalen Interaktionen zurückziehen.

Das Projekt OrkA knüpft daran an und möchte die Lebensqualität der Menschen in Altenpflegeheimen verbessern. Für sie wollen die Forschenden ein präventives Interventionsangebot (OrkA) entwickeln, das Schluck- und Sprachkompetenzen auch in zunehmendem Alter erhalten und stärken soll. Die geplante Intervention beinhaltet ein einstündiges Gruppenangebot mit entsprechenden Übungen, das über zwölf Wochen hinweg zweimal pro Woche stattfinden soll. In einer Interventionsstudie wird die Wirksamkeit dieses Gruppenangebotes und ergänzender individueller Übungen überprüft.

In die Studie werden 100 Menschen aus Altenpflegeheimen eingeschlossen. Die Intervention wird einer strukturierten Prozess- und Ergebnisevaluation unterzogen. Dabei werden die Schluck- und Sprachkompetenzen durch standardisierte Verfahren, z. B. mittels des 150 ml-Schlucktests oder des Regensburger Wortflüssigkeitstests, vor und nach der Intervention ermittelt. Basierend auf den Ergebnissen wird verglichen, wie erfolgreich die Intervention das Schlucken und die Sprache stärkt. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 718.000 Euro gefördert.

Bislang sind keine evaluierten präventiven Konzepte zur Erhaltung und Verbesserung von Schluck- und Sprachkompetenzen publiziert. OrkA adressiert diesen Mangel und zielt durch Schluck- und Kommunikationstraining auf den Erhalt sowie die Verbesserung der sozialen Teilhabe ab. Neben einem individuellen Vorteil für Betroffene kann sich durch Vermeidung von Individualtherapien ein erhebliches Einsparpotenzial für das Gesundheitswesen eröffnen.