Paro-ComPas – Digitaler Patienten-Kompass für die Parodontitis-Versorgung

Projektbeschreibung

Mehr als 40 Prozent aller Erwachsenen und etwa 90 Prozent der Senioren in Deutschland leiden an Parodontitis, einer chronisch-entzündlichen Erkrankung, die den Zahnhalteapparat betrifft. Unbehandelt führt die Erkrankung zu einer Zerstörung von Gewebe und letztlich zum Verlust von Zähnen. Parodontitis steht zudem in Zusammenhang mit einer Vielzahl an systemischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Herz-Kreislauferkrankungen.

Die systematische Behandlung einer Parodontitis erfordert eine komplexe und mehrstufige Therapie und ist auf die aktive Mitwirkung der Betroffenen angewiesen. Bisher wird allerdings nur bei etwa 10 Prozent der Menschen mit einer schweren Parodontitis eine systematische Parodontitis-Behandlung durchgeführt. Das Projekt zielt darauf ab, die Versorgung in Zusammenarbeit mit Patientinnen und Patienten, Zahnmedizinerinnen und Zahnmedizinern, App-Entwicklern und wissenschaftlichen Experten zu verbessern. Im Fokus stehen dabei insbesondere die Erlebnisse, Bedürfnisse, Erwartungen und Präferenzen der Betroffenen im Behandlungsverlauf. Es soll der Prototyp eines digitalen Begleiters entwickelt und geprüft werden, ob sich Hindernisse bei der Versorgung damit überwinden lassen.

Das Projekt setzt qualitative und quantitative Methoden ein, um zunächst den Behandlungsverlauf darzustellen und auf dieser Basis die digitale Anwendung zu entwickeln. In einer randomisierten kontrollierten Studie analysieren die Forschenden anschließend, ob die Anwendung geeignet ist, die Umsetzung von Mundhygiene-Empfehlungen durch Patientinnen und Patienten gegenüber der Parodontitis-Regelversorgung zu verbessern. Das Projekt wird für drei Jahre mit ca. 891.000 Euro gefördert.

Im Erfolgsfall liefert das Projekt Erkenntnisse zu Hindernissen in der GKV-Versorgung von Menschen mit parodontalen Erkrankungen und stellt den Prototypen eines innovativen Werkzeugs bereit, mit dem der Beitrag der Betroffenen zu Mundhygiene-Maßnahmen und das Verständnis für die Erkrankung gestärkt werden kann.

Konsortialpartner

Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, phellow seven GmbH